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Facebook und Co

Wulff will "Buprä im Gespräch" werden

28.06.2010
Christian Wulff (CDU) will als Bundespräsident online gehen.
Das Facebook-Profil von Christian Wulff (CDU)
Das Facebook-Profil von Christian Wulff (CDU)

"Das Internet wird von mir stark genutzt werden. Diese Welt junger Leute müssen wir aufnehmen", sagte Niedersachsens Ministerpräsident der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. "Facebook wird für mich als Bundespräsident eine Rolle spielen. Das halte ich für zwingend erforderlich."

Wulff - Kandidat von Union und FDP - will an diesem Mittwoch zum Bundespräsidenten gewählt werden. Dann könne er sich einen Austausch mit Bürgern im Internet unter dem Titel "Buprä im Gespräch" oder "Wulff im Gespräch" gut vorstellen.

"Viele Menschen gehen in die virtuelle Welt und nutzen ganz selbstverständlich die sozialen Netzwerke. Die Politik folgt da nur langsam", sagte der 51-Jährige. Er wolle das Internet als "ein Dialogforum nutzen, als Form für die Bürger, Meinungen zu äußern zu grundsätzlichen Fragen, sich auszutauschen, zu kommunizieren", sagte Wulff. "Es ist eine große Chance, denn weltweiter Dialog findet stark über das Internet statt."

Der Kandidat von Union und FDP hatte vor zwei Wochen im Live-Chat Fragen von Internet-Nutzern beantwortet. Er hat eine Seite bei Facebook. Allerdings liegt sein Konkurrent bei der Bundespräsidentschaftswahl, der rot-grüne Kandidat Joachim Gauck, bei der Sympathie der Internetnutzer vorne.

Eine Facebook-Gruppe, die Gaucks Kandidatur unterstützt, hat rund 36.000 Mitglieder. Als Fan von Wulff outen sich auf seiner Seite nur rund 4000 Nutzer des sozialen Netzwerks. (dpa/tc)

Facebook-Gruppe weist Wulff-Kritik zurück

Der Initiator der Facebook-Gruppe "Joachim Gauck als Bundespräsident" hat in einem offenen Brief auf Kritik des Kandidaten Christian Wulff (CDU) reagiert. "Wir planen keine Revolution", schrieb Christoph Giesa in seinem Blog. Die 36.000 Mitglieder der Gruppe würden nicht "gegen etwas oder jemanden", sondern "ausschließlich für etwas" antreten.

Wulff hatte der "Rheinischen Post" gesagt: "Die Anti-Parteien-Stimmung mancher Anhänger Joachim Gaucks ist gefährlich, denn wir brauchen Hunderttausende, die sich ehrenamtlich und freiwillig vor allem auf kommunaler Ebene für ihre Gemeinde engagieren und sich Zeit dafür nehmen".

Giesa betonte, die von ihm initiierte Facebook-Gruppe sei überparteilich, eine "dreistellige Zahl" der Mitglieder stamme aus der CDU. Auch von der FDP seien "mehrere hundert Parteimitglieder bei uns organisiert". Zur Unterstützung des Präsidentenkandidaten von SPD und Grünen erklärte Giesa: "Für uns ist Joachim Gauck schlichtweg der bestmögliche Kandidat."