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WTO-Tagung: Ausnahmezustand in Seattle

01.12.1999
London: Protestorganisation über das Web

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Nach zahlreichen Ausschreitungen zur Tagung der Welthandelsorganisation WTO (World Trade Organization) wurde nun im amerikanischen Seattle der Ausnahmezustand verhängt. Die Polizei ging gestern mit Tränengas, Pfeffersprays und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor, die Menschenketten bildeten, Polizeiautos besprühten, Geschäfte zerstörten und plünderten. Die Demonstranten werfen der WTO vor, nationale Gesetze zu Umweltschutz und Arbeitsrecht zu unterlaufen. Die Eröffnungszeremonie im Paramount Theatre, die die viertägige Konferenz zu Themen wie Landwirtschaft, Energieversorgung und vor allem auch E-Commerce (CW Infonet berichtete) einleiten sollte, wurde abgesagt.

Auch in London kam es gestern wegen der WTO-Treffens zu gewalttätigen Protestaktionen. Hunderte von Anarchisten stürzten Autos um, attackierten die Polizei und entzündeten ein großes Feuer vor dem Londoner Bahnhof Euston. Die Demonstranten hatten die Aktionen Zeugenberichten zufolge offensichtlich über Internet-Chaträume und via E-Mail organisiert. Ein Demonstrant berichtete, er habe zum ersten Mal über das Web von den geplanten Protesten erfahren.