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Ausbau des Web-Auftritts

WSJ.com wird zum Social Network

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
Er sorgt außerdem ziemlich rund um die Uhr bei Twitter dafür, dass niemand Weltbewegendes verpasst, treibt sich auch sonst im Social Web herum (auch wieder bei Facebook) und bloggt auf teezeh.de. Apple-affin, bei Smartphones polymorph-pervers.
Die Website des "Wall Street Journal" bekommt Social-Networking-Funktionen.

Am morgigen Dienstag solle die "Journal Community" starten, berichtet der Branchendienst "Cnet". Zahlende Abonnenten - WSJ.com ist noch immer die einzige namhafte Site, auf der Kunden für journalistische Inhalte zu zahlen bereit sind - können dann Meldungen kommentieren, Diskussionsgruppen zu bestimmten Themen starten und einander um Rat fragen, wie die Agentur Associated Press gestern schrieb.

Nutzer können so wie bei anderen Social Networks wie Facebook oder MySpace (gehört Rupert Murdoch, genauso wie der WSJ-Verlag Dow Jones) Profile von sich anlegen. Statt ihrer musikalischen oder filmischen Vorlieben hinterlegen sie dort allerdings ihren wirklichen Namen, ihre berufliche Position und ihre Interessen.

Laut Deputy Managing Editor Allan Murray erhofft sich das Wirtschaftsblatt davon eine größere "Stickyness" seiner Internet-Seiten. "Wir glauben, dass Social Networks künftig ein wichtiges Mittel sein werden, um Inhalte und Nachrichten zu verbreiten, und wir wollen ein Teil dieser Netzwerke sein", sagte Murray der AP. "Wir haben keine Technik, die es nicht auch anderswo gäbe. Was es aber nur bei uns gibt, ist die Gemeinschaft des Journal, sein Abonnentenstamm."

Durch die Nennung der Realnamen in Diskussionen will das "Wall Street Journal" die Qualität der Unterhaltungen hochhalten im Gegensatz zu anderen Sites, wo Nutzer Pseudonyme verwenden und Diskussion häufig in persönliche Angriffe ("flames") münden.

WSJ.com soll außerdem ein verändertes Layout bekommen. Nichtzahlende Besucher sollen dadurch leichter frei zugängliche und werbefinanzierte Inhalte erkennen können. Nur für Abonnenten zugängliche, weggesperrte Inhalte werden dabei mit einem kleinen Schlüsselsymbol gekennzeichnet.