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WS-I: Kommt Sun an Bord?

20.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Web-Services-Initiative WSI (Web Services Interoperabilty Organization) scheint nun doch bereits zu sein, ihren Vorstand auszubauen (Computerwoche online berichtete). Wie das Konsortium gestern mitteilte, soll das WS-I-Board um zwei Mitglieder erweitert werden. Bei einem der beiden Neuzugänge könnte es sich um den Microsoft-Rivalen Sun Microsystems handeln (Computerwoche online berichtete). Die McNealy-Company bemüht sich bereits seit geraumer Zeit um eine Aufnahme in den WS-I-Vorstand, ist mit ihrem Ansinnen bislang allerdings mehrmals abgeblitzt. Nach Angaben von Norbert Mikula,

stellvertretender Vorstandsvorsitzender der WS-I und Direktor der Intel-Web-Services-Technology-Unit, muss Sun zunächst der Organisation beitreten, um als Vorstandsmitglied in Frage zu kommen. Bislang wollte sich das Unternehmen jedoch mit dem Status eines simplen "Community Member" nicht zufriedengeben. "Gerne würden wir der WS-I als Board-Mitglied beitreten", lautete Suns bislang einziger Kommentar zu den momentanen Spekulationen.

Sun gilt nicht zuletzt aufgrund seiner Java-Technologie als einer der Drahtzieher im Bereich Web Services. Nach Einschätzung von Analysten könnte die weitere Abwesenheit des Herstellers im WS-I-Konsortium zu einer uneinheitlichen Entwicklung der Web-Services-Technologien führen. "Eine Standardisierung in diesem Bereich wäre um einiges leichter zu erreichen, wenn Sun in dieselbe Richtung steuerte", erläutert Giga-Analyst Mike Gilpin.

Bis zu einer Klärung der Identität der beiden neuen WS-I-Board-Mitglieder dürfte es aufgrund des zeitaufwändigen Auswahlverfahrens noch eine Weile dauern. Laut Mikula stehen neben Sun noch elf weitere Unternehmen auf der Interessentenliste. (kf)