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Worldcom-Skandal: Ex-Chef Ebbers plädiert auf nicht schuldig

04.03.2004

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Bei seinem ersten Auftritt vor Gericht hat der ehemalige Chef und Gründer des US-Carriers Worldcom, Bernard Ebbers, am gestrigen Mittwoch seine Unschuld beteuert. Der 62-jährige Topmanager wies während der kurzen Anhörung vor einem Bundesgericht in Manhattan alle Anklagepunkte zurück. Im Zusammenhang mit dem milliardenschweren Bilanzskandal des US-Carriers werden Ebbers bislang Verschwörung und Anlagebetrug sowie Bilanzfälschung vorgeworfen. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, will die Staatsanwaltschaft in Kürze weitere Anklagepunkte hinzufügen. Damit, so rechnen mit dem Fall vertraute Juristen, könnte das maximale Strafmaß für Ebbers auf bis zu 165 Jahre Haft ansteigen.

Der Prozessbeginn wurde von Richterin Barbara Jones für den 9. November angesetzt. Bis dahin bleibt der Selfmade-Millionär gegen eine Kaution von zehn Millionen Dollar auf freiem Fuß. Ebbers musste jedoch seinen Pass abgeben, seine Reisefreiheit ist auf den Bundesstaat Mississippi, den südlichen Teil des Staats New York und den Bezirk Columbia begrenzt. Für andere Ziele muss er zuvor einen Antrag stellen.

Zu verdanken hat Ebbers die Anklage seinem Ex-Finanzchef Scott Sullivan. Dieser hatte bereits zugegeben, dass er zusammen mit anderen die Worldcom-Bilanzen gefälscht hatte, indem er Umsätze zu hoch auswies und Ausgaben nicht korrekt verbuchte. Nachdem er mit weiteren Vorwürfen konfrontiert wurde, erklärte sich der Ex-Finanzchef am vergangenen Dienstag bereit, gegen seinen früheren Chef auszusagen (Computerwoche.de berichtete). (mb)