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Worldcom-Pleite setzt US-Immobilienbranche unter Strom

18.09.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das zuständige US-Konkursgericht hat einem Antrag des insolventen Carrier Worldcom stattgegeben und die Entscheidungsfrist für die Kündigung oder Auflösung von Gebäudemietverträgen um ein Jahr verlängert. Das Urteil versetzt Scharen von US-Vermietern in Aufruhr, die insgesamt mehrere hunderttausend Quadratmeter Fläche an den einstigen TK-Riesen verpachtet haben, berichtet das "Wallstreet Journal".

Worldcom ist noch immer verpflichtet, Miete für rund 15.000 Leasingverträge zu zahlen. Seit dem Konkursantrag im Juli hat der Konzern aber die Möglichkeit, von den Verträgen zurückzutreten und keine weiteren Zahlungen für die restliche Laufzeit zu machen. Den Inhabern ist es dagegen untersagt, die Flächen bis zu einer entsprechenden Entscheidung weiterzuvermieten.

Normalerweise wird insolventen Unternehmen in den USA eine Bedenkzeit von 60 Tagen eingeräumt. Worldcom hatte jedoch Ende August eine Fristverlängerung beantragt. Der TK-Konzern argumentierte, wegen der großen Anzahl von Leasing-Verträgen und anderer Angelegenheiten benötige man mehr Zeit. In der - von zahlreichen Dotcom-Pleiten - ohnehin schon angeschlagenen Immobilienbranche wird die Entscheidung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einerseits belastet die anhaltende Unsicherheit die Vermieter, auf der anderen Seite ist die Aussicht auf weitere zwölf Monate Miete in Zeiten wie diesen schon fast ein Segen, erklärt eine New Yorker Immobilienfirma. (mb)