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Worldcom-Aktie verfällt zum Pennystock

25.06.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Aktie des finanziell stark angeschlagenen US-Carriers Worldcom rutschte am gestrigen Montag zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder unter die kritische Ein-Dollar-Marke. Grund war eine Herabstufung des Papiers von "Neutral" auf "Underperformer"durch die Investmentbank Salomon Smith Barney. Der Analyst Jack Grubman rechnet damit, dass das Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr nur einen Umsatz von 19,6 Milliarden Dollar erwirtschaften wird - 600 Millionen Dollar weniger als zuvor prognostiziert wurde.

Sollte sich der Kurs in den nächsten 30 Tagen nicht erholen, droht Worldcom ein Delisting von der Nasdaq. Der mit rund 30 Milliarden Dollar verschuldete Konzern hätte anschließend enorme Schwierigkeiten, eine Kapitalerhöhung vorzunehmen, da sich auch die verbliebenen institutionellen Anlegern zurückziehen würden. Außerdem könnten sich einige Unternehmenskunden des US-Carriers nach einem Delisting auf die Suche nach einem neuen Anbieter machen.

Die Streichung vom Kurszettel der Nasdaq wäre nur ein weiteres Problem in einer Reihe von Schwierigkeiten. So verhandelt der von der Branchenflaute gebeutelte Konzern noch immer erfolglos über einen dringend benötigten Kredit in Höhe von fünf Milliarden Dollar. Außerdem ermittelt die US-Börsenaufsicht SEC bei Worldcom. (mb)