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World ICT Summit: Südkorea will Linux weiter fördern

18.05.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der Präsident der Korea IT Promotion Agency hat die Maßnahmen der südkoreanischen Regierung zur Förderung des offenen Betriebssystems Linux verteidigt. "Wir wollen Wettbewerb herstellen. Deshalb haben wir uns für die Unterstützung von Open Source entschieden", sagte Hyun Jin Ko am Mittwoch auf dem World ICT Summit in Seoul.

Einer der Gründe für das Interesse an Linux sei der technische Vorsprung von Südkorea. "Wir sind in Sachen Ubiquitous Computing etwas weiter als andere Länder. Dafür brauchen wir neue Endgeräte", sagte Ko. Diese würden in anderen Ländern noch nicht im großen Stil hergestellt. Unter Ubiquitous Computing versteht man die Allgegenwärtigkeit von Informations- und Telekommunikationstechnik durch den Einsatz von Kleinstcomputern in beliebigen Alltagsgegenständen.

Bis 2007 sollen 20 Prozent der Desktop-Computer und 30 Prozent der Server im öffentlichen Sektor mit Linux betrieben werden. Beim Mobilfunk wolle man ja auch nicht, dass ein Unternehmen einen Marktanteil von mehr als 50 Prozent erreiche, sagte Ko. Das ließe sich doch auf den Softwaresektor übertragen. Die neue Plattform eröffne kleinen und mittleren Unternehmen mehr Chancen.

Der General Manager Platform Strategy des weltgrößten Softwareherstellers Microsoft, Martin Taylor, nannte es einen "Widerspruch in sich, wenn man zum einem von Wahlfreiheit spricht, den Leuten aber andererseits etwas aufzwingt". Microsoft gehe es um den Abbau von Komplexität. Dafür nehme das Unternehmen Lizenzgebühren. "Dabei geht es nicht um Gut oder Böse, sondern um einen anderen Ansatz." Oracle oder IBM hätten schließlich auch nicht vor, ihre Anwendungen allen zur Verfügung zu stellen, auch wenn diese auf Linux aufsetzten. (dpa/tc)