Kostenloses NAS mit der Fritz!Box

Workshop - Fritz!Box als NAS-System nutzen

Update  02.12.2016
Bernhard Haluschak ist als Redakteur bei der IDG Business Media GmbH tätig. Der Dipl. Ing. FH der Elektrotechnik / Informationsverarbeitung blickt auf langjährige Erfahrungen im Server-, Storage- und Netzwerk-Umfeld und im Bereich neuer Technologien zurück. Vor seiner Fachredakteurslaufbahn arbeitete er in Entwicklungslabors, in der Qualitätssicherung sowie als Laboringenieur in namhaften Unternehmen.
Die Fritz!Box WLAN 7580, 7490, 7390, 7360, 7320 und weitere Modelle können als kostenlose und zentrale NAS-Systeme eingesetzt werden. Dieser Workshop zeigt, wie man die Fritz!Box-NAS-Funktionen mit wenigen Handgriffen zu einem zentralen Speicher konfiguriert und nutzt.

Seit dem letzten großen Firmware-Update hat die Fritz!Box von AVM neben einer vollständige Unterstützung für IPv6 und WLAN-Gastzugang auch eine neue Benutzeroberfläche erhalten. Darüber hinaus hat der Hersteller der DSL-Box eine komfortable und einfache NAS-Funktionalität spendiert. Im Laufe der letzten Monate hat AVM die Firmware der Fritz!Box nochmals gründlich überarbeitet und um zahlreiche Optimierungen für MyFritz!, Gastzugang sowie für die NAS- und DECT-Nutzung erweitert.

Mit MyFritz! kann der Anwender über einen Internet-Browser unter einer festgelegten Fritz!NAS-Adresse auf den lokalen Speicher, auf einen Online-Speicher oder auf ein extern an der Fritz!Box angeschlossenes USB-Laufwerk von überall her zugreifen. Die verschiedenen Daten-Files können über einen Browser angesehen und verschoben werden.

Der Dateiaustausch zwischen eigenem Computer, internem Speicher, USB-Speicher oder Online-Speicher erfolgt einfach mit der Maus per Drag and Drop. Die Verwendung eines speziellen DynDNS.Dienstes ist nicht notwendig, da AVM die direkte Verbindung zu der Fritz!Box über den MyFritz!-Dienst verwaltet. Natürlich ist die NAS-Funktion mit einem Passwort für den Zugriff über das Internet geschützt.

In einem aktuellen Firmware-Update hat AVM den WLAN-Gastzugang noch komfortabler gestaltet. So ist es jetzt möglich einen Namen für die Arbeitsgruppe festzulegen und Dateien optimiert zu Suchen und zu sortieren. Darüber hinaus hat der Hersteller der NAS eine verbesserte Ansicht und Handhabung spendiert. Für unseren Workshop nutzen wir die Fritz!Box-Firmware Fritz!OS 6.60, in der der Hersteller zusätzlich granulare Benutzerfreigaben für die NAS-Funktionalität integriert hat.

Das "Betriebssystem" steht zurzeit nur für das 7490-Gerät zur Verfügung. Trotzdem lässt sich der Workshop auch auf die weiteren Fritz!Box-Modelle wie etwa Fritz!Box 7580, 7390, 7360, 7330, 7320, 7312, 7270, 7240, 6842 LTE, 6840 LTE oder 6810 LTE anwenden. Allerdings unterscheidet sich der Funktionsumfang des aktuellen Fritz!OS dieser Router entsprechend der technischen Spezifikationen der Geräte.

Wie Sie die NAS-Funktion der Fritz!Box einrichten und nutzen, beschreibt unser Workshop in einer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Aktuelle Fritz!Box-Firmware aufspielen

Um in den Genuss der neuen Fritz!Box-NAS-Funktion zu kommen, sollten Sie zuerst prüfen, ob die Fritz!Box mit aktueller Firmware arbeitet. Das gewährleistet, dass Sie die neusten Optionen des Routers auch nutzen können. Wir verwenden das auf der FritzBox 7580 das "Betriebssystem" Fritz!OS 6.54 und auf der 7490 die Version 6.60.

Die Firmware-Version können Sie über das Webinterface mittels der linken Navigationsleiste unter System / Update / Fritz!OS-Version abrufen. Haben Sie eine alte Version, können Sie im Prinzip das Image-Update jetzt auch über das Web-Interface der Fritz!Box einfach einspielen. Bei einem geglücktem Update - alle Einstellungen bleiben erhalten - meldet sich nach fünf Minuten die Fritz!Box mit einer neuen Benutzeroberfläche wie gewohnt wieder zurück. Wollen Sie diesen Vorgang automatisieren, so bietet das Gerät unter System / Update / Auto-Update drei verschiede Optionen: Sie reichen vom einfachen informieren über eine neue Firmware bis zur vollautomatischen Installation des neu vorliegenden Betriebssystems.

Sie können aber auch die Firmware unter dem Reiter Fritz!OS-Datei manuell aufspielen.

Fritz!Box: Ein Firmware-Update lässt sich einfach per Web-Interface durchführen oder auch manuell per Image-Datei aufspielen.
Fritz!Box: Ein Firmware-Update lässt sich einfach per Web-Interface durchführen oder auch manuell per Image-Datei aufspielen.

Doch als Vorsorge für den Fall, dass etwas beim Update schief läuft, trifft AVM entsprechende Vorsichtsmaßnahmen. Nichts ist ärgerlicher, als wenn man ganz ohne Online-Verbindung dasteht. Deshalb werden Sie gezwungen, eine kennwortgeschützte Sicherungsdatei Ihrer Fritz!Box anzulegen. Nach Eingabe des Kennwortes könne Sie mit dem Button Einstellungen Sichern fortfahren. Die Sicherungsdatei wird dann automatisch in Ihren Download-Ordner abgelegt. Danach können Sie über Datei auswählen, die entsprechende Image-Datei für das Update festlegen und mit Update starten die neue Firmware aufspielen. Nach der Installation meldet sich der Router automatisch mit der Begrüßungsseite zurück.

Tipps zum Update und Sicherung der Fritz!Box:

  • Im Konfigurationsmenü der Fritz!Box finden Sie unter dem Menüpunkt System den Punkt "Sicherung". Damit können Sie jederzeit und unabhängig von einem Firmware-Update ein Backup Ihrer Konfiguration auf dem PC erzeugen. Unter Sicherung / Wiederherstellen können Sie die Sicherungsdatei wieder auf den AVM-Router aufspielen.

  • Prüfen Sie vor einem Update der Fritz!Box, ob Sie Ihre DSL-Zugangsdaten noch zur Hand haben.

  • AVM bietet auf seinem FTP-Server im Verzeichnis "fritz.box"für jedes Modell ein aktuelles Firmware-Paket an, das unter "x misc" auch eine Rescue-Datei (Recovery-Image) enthält. Laden Sie diese vorab herunter, denn damit machen Sie im Falle eines Falles jede "kaputte" Fritz!Box wieder flott.