Arbeit und Mobilität

Work-Life-Balance in Gefahr

Tobias Wendehost beschäftigt sich als Volontär aktuell mit verschiedenen Hardwarethemen und stellt täglich ein Gadget des Tages vor. Ansonsten arbeitet er sich thematisch durch die Ressorts Job und Karriere, Software, Netzwerke und Mobile sowie IT-Strategie. Wer möchte, kann Tobias bei Twitter (@tubezweinull) folgen oder bei Xing eine Nachricht schreiben.
Für viele Arbeitnehmer verschwimmt zunehmend die Trennung zwischen Freizeit und Arbeit. Das ergab eine Studie des Softwareanbieters Sage.

Mobile Devices, Tablet-PCs und Notebooks gehören zum Alltag vieler Arbeitnehmer. Dennoch ist die Nutzung privater Geräte am Arbeitsplatz häufig reglementiert und mit hohen Investitionen von Seiten der Arbeitgeber verbunden. "Bring your own Device" (BYOD) ist für viele Firmen ein schwieriges Thema, da die Sicherheit eine hohe Hürde darstellt", begründet Peter Dewald, Geschäftsführer von Sage, die Skepsis (siehe Interview nächste Seite). Gleichzeitig gewinnt das Thema weiter an Bedeutung, glaubt man der aktuellen Studie des Softwareanbieters. "Mit der Umfrage wollten wir herausfinden, in welche Richtung sich Themen wie Mobilität und der Gebrauch von IT am Arbeitsplatz entwickeln", so Dewald.

Das Thema "Bring your own Device" wird von den Unternehmen kritisch betrachtet.
Das Thema "Bring your own Device" wird von den Unternehmen kritisch betrachtet.
Foto: Robert Lehmann/Fotolia

Doch gerade die Nutzung von mobilen Geräten und moderner IT im privaten wie im öffentlichen Raum wird in der Umfrage ambivalent betrachtet. So sieht knapp die Hälfte der Teilnehmer eher eine Bedrohung in der steigenden Zahl an Informations- und Kommunikationsmitteln in der Freizeit. Für den Arbeitsplatz gaben das immerhin noch 24 Prozent an. Etwa die Hälfte setzt schon heute Mobiltelefone oder Smartphones als Mittel ein, um mit Kollegen oder Gesprächspartnern zu kommunizieren. Trotzdem ist das persönliche Gespräch für 83 Prozent imme rnoch die bevorzugte Kommunikationsart. Insgesamt erwarten 29 Prozent, dass ein nahtloser mobiler Zugriff, etwa in Form von Cloud-Communications, für das Gespräch von morgen entscheidend ist.

Trotz aller Skepsis bei den Arbeitgebern nutzen 28 Prozent der Befragten bei der Arbeit IT-Tools, die nicht von den Unternehmen abgesegnet sind. Auf die Frage, ob sich die Trennung zwischen Freizeit und Arbeitswelt in Zukunft weiter verwischen wird, antworteten 79 Prozent der 18 bis 29-jährigen mit Ja. Knapp drei Viertel der über 45-jährigen sind ebenfalls dieser Meinung. Schließlich gab fast die Hälfte der Studienteilnehmer an, dass sie ihre Arbeit am effizientesten von zuhause erledigen.

Für Sage ergeben sich aus den Ergebnissen fünf Schlussfolgerungen:

  1. Arbeit wird zeit- und ortsunabhängig - die Arbeitnehmer treiben diesen Trend voran.

  2. Die Trennung von Freizeit und Arbeitszeit löst sich auf, daher sind neue Formen der Arbeitsorganisation notwendig.

  3. Neue Technologien werden Standard (z.B. im Mobilsektor) und innovative Technologien halten Einzug (z.B. Collaboration, Social Media etc.).

  4. ITK in der Arbeitswelt ist eine Bereicherung, die IT-Abteilungen müssen deshalb flexibler sein (Stichwort: Schatten-IT, BYOD).

  5. Die Fähigkeit neue Technik einsetzen zu können, wird zum wesentlichen Erfolgsfaktor für den Job von morgen. Investitionen in Training uns Schulungen sind daher notwendig.

Die Umfrage wurde im Februar 2012 mit 351 Teilnehmern erhoben.

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