Gastbeitrag

Worauf Unternehmen beim Einsatz von Wearable Technology achten sollten

14.01.2014
ist Channel Manager der Network-Management-Sparte bei Ipswitch
Sven Hoge, Channel Manager Ipswitch Network Management Division, erklärt in einem Gastbeitrag, was Unternehmen bei der Auswahl und Einführung von Smartwatches und anderen Wearable Devices beachten müssen.
Google Glass ist nicht nur eine Spielerei für Endanwender, sondern kann auch im Business-Umfeld genutzt werden. Hier zum Beispiel mit SAP Hana im Krankenhaus.
Google Glass ist nicht nur eine Spielerei für Endanwender, sondern kann auch im Business-Umfeld genutzt werden. Hier zum Beispiel mit SAP Hana im Krankenhaus.
Foto: SAP

Die diesjährige CES weist den Weg für einen neuen Star unter den Technologie-Trends. Viele Spotlights waren in Las Vegas auf sogenannte „Wearable Technologies“ gerichtet. Es gibt mittlerweile viele Vorstöße von vernetzten Geräten, die unser Leben optimieren sollen: Die Sony SmartWatch kündigt eine auf dem Telefon empfangene SMS durch sanftes Vibrieren an, Armbänder wie das Fuelband+ SE von Nike zeichnen die körperlichen Aktivitäten ihres Trägers auf, verarbeiten sie und sollen so zu einer gesünderen Lebensweise motivieren. Galaxy Gear, die Nissan-Smartwatch, Google Glass oder vielleicht bald die iWatch. Technologie, die sich am Körper des Benutzers befindet, ist der neueste Trend in der Hightech-Welt. Nach Schätzungen von Juniper Research wird der weltweite Markt für diese „Geräte zum Anziehen“ in diesem Jahr ein Umsatzvolumen von 1,4 Milliarden Dollar erreichen. Bis 2018 soll er dann sogar auf 19 Milliarden Dollar wachsen.

BYOD ist für Unternehmen schon länger ein heißes Thema und eine große Anzahl verfügt bereits über BYOD-Richtlinien. Somit scheint der Einzug auch dieser „wearable devices“ am Arbeitsplatz nur eine Frage der Zeit zu sein. Auch wenn Wearable Technology bisher nur langsam Verbreitung findet, vermuten Marktforscher, dass sie in Zukunft genauso alltäglich sein wird wie es Laptops heute sind. Sie prognostizieren nicht nur einen Trend, sie sehen – ähnlich wie die Elektronikmesse CES - darin einen Megatrend. Der Grund: Für viele Berufe können sie einen hohen Nutzen bieten. Wearable-Geräte geben beispielsweise Ärzten und Vermessungstechnikern die Möglichkeit, freihändig und von überall auf Informationen zuzugreifen und spezielle Anwendungen zu nutzen. Das kann ihre Arbeit effizienter, genauer und sicherer machen. Gerade in der Nachfrage nach Echtzeitdaten sehen Marktbeobachter wie Gartner den besonderen Treiber. Gartner prognostizieren, dass sich der Markt für „wearable, wireless devices“ von 14 Million in diesem Jahr auf 171 Million in 2016 entwickeln wird.

Für Unternehmen macht es Sinn, sich mit diesem Trend frühzeitig zu beschäftigen. Es ist davon auszugehen, dass die neuen Geräte erhebliche Auswirkungen auf Unternehmensnetzwerke haben werden. Beratung ist also gefragt, die Kernkompetenz des Fachhandels. Händlern bieten sich neue Chancen, wenn sie die technischen Herausforderungen, mit denen sich ihre Kunden konfrontiert sehen, meistern und auch für organisatorische Fragen Lösungsvorschläge anbieten können. Vor allem in Sachen Sicherheit und Netzwerkperformance bietet die Elektronik zum Anziehen Ansätze, bei denen ein Fachhändler, der sich mit der Technologie befasst hat, punkten und Umsätze generieren kann. Um sich in den Trend einzuarbeiten, sollten Reseller besonders auf drei Themen beim Einsatz der neuen Geräte achten.

Die Performance: Viele dieser Wearable-Geräte werden derzeit mit einem vorhandenen Gerät – zum Beispiel einem Smartphone, Tablet-PC oder Laptop - gekoppelt und ersetzen dieses nicht einfach. Die Folge sind zahlreiche zusätzliche Geräte im Netzwerk. Das kann zu einer Überlastung und Reduzierung der Performance des Netzwerks führen. Viele Unternehmen werden daher eine Erweiterung oder Aufrüstung ihres Netzwerks in Betracht ziehen, um den Anforderungen gerecht zu werden.

Die Sicherheitsrichtlinien: Die neuen Geräte können verschiedene Sicherheitsrisiken mit sich bringen. Google Glass kann beispielsweise alles aufzeichnen, was der Träger sieht und auch Smartwatches sind mit einer Kamera und Aufnahmefunktionen ausgestattet. So können ihre Benutzer vertrauliche Dokumente unbemerkt fotografieren oder private Gespräche aufzuzeichnen und diese Informationen an persönliche Geräte außerhalb des Netzwerks übertragen. Obwohl diese Szenarien wie aus einem Spionage-Thriller klingen, stellen sie eine reale potenzielle Bedrohung für Unternehmen dar, insbesondere für jene, die mit sensiblen oder personenbezogenen Daten zu tun haben. Erlaubt ein Unternehmen die Nutzung von Wearable-Technology, braucht es klare Richtlinien, aus denen hervorgeht, wer diese Art von Equipment mit an den Arbeitsplatz bringen und damit eine Verbindung mit dem Netzwerk herstellen darf. In ihnen sollte zudem festgelegt sein, in welchen Bereichen es von den autorisierten Personen getragen werden darf. Diese Punkte können die IT-Verantwortlichen problemlos in bestehende BYOD-Richtlinien integrieren.

Die Angreifbarkeit: Bei der Verbindung oder Synchronisierung von Wearable-Technology mit Laptops oder Smartphones können nicht nur sichere Informationen übertragen, sondern auch Viren verbreitet werden. Wearable-Technoloys sind somit ein neuer Angriffsvektor für Attacken von außen auf Unternehmensnetzwerke. Fachhändler sollten ihren Kunden also auch Software für den Schutz von Endgeräten bereitstellen. Mit Hilfe von Endgeräteerkennung lassen sich miteinander verbundene Geräte und damit einhergehende Sicherheitsrisiken ermitteln. Dies kann aufwändig sein, ist jedoch eine wichtige Maßnahme zum Schutz von Unternehmensdaten. Außerdem sollten die IT-Verantwortlichen darauf achten, dass vorhandene Sicherheitslösungen wie Firewalls stets auf dem neuesten Stand sind. (mb)