Lufthansa Systems

Wolfgang Gohde geht

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der Lufthansa-Systems-Chef hat dem Aufsichtsrat mitgeteilt, seinen Vertrag nicht zu verlängern.
Foto: Lufthansa Systems

Gohde geht nach offizieller Darstellung aus persönlichen Gründen und hat eine ihm angebotene Vertragsverlängerung ausgeschlagen. Er wird das Unternehmen Ende März 2010 verlassen. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Gohde war Februar 1985 zum Lufthansa-Konzern gekommen. Im April 1987 übernahm er die Leitung der IT-Systeme. Später wechselte er zu einer irischen Tochtergesellschaft des Kranich-Konzerns, bevor er am 1. April 2005 als Vorstandsvorsitzender die Leitung von Lufthansa Systems von Peter Franke übernahm.

Lufthansa Systems hatte Anfang des Jahres eine Neuausrichtung beschlossen. Danach konzentriert sich der IT-Dienstleister künftig nahezu ausschließlich auf Kunden aus der Luftfahrtbranche und wird Outsourcing-Verträge mit Anwendern etwa aus der Finanzbranche nicht verlängern. Die Strategieänderung ist im Unternehmen nicht unumstritten, da die auslaufenden Verträge mit branchenfremden Externen vorerst wohl nicht mit Neuabschlüssen im Aviation-Bereich kompensiert werden können. Unternehmensnahen Quellen zufolge gibt es Outsourcing-Gespräche mit großen IT-Dienstleistern. Das dementierte eine Pressesprecherin. Zudem, so versicherte sie, gebe es gute Möglichkeiten, die kalkulierten Umsatzausfälle durch Neugeschäfte im Aviation-Segment auszugleichen.

Die Sprecherin bestätigte, dass der Standort München im Zuge der Neuausrichtung zur Diskussion stehe. Er wird voraussichtlich geschlossen. Hier versorgt die Lufthansa Systems fast ausschließlich Industriekunden und Finanzdienstleister. Mit den bis zu 60 Beschäftigten führe man derzeit individuelle Gespräche über einen Standortwechsel. Für die neue Ausrichtung ist eine Übergangsphase von drei bis vier Jahren vorgesehen. Daher sei man zuversichtlich, so die Lufthansa-Systems-Sprecherin, den betroffenen Mitarbeitern andere Beschäftigungen im Unternehmen anbieten zu können.

Lufthansa Systems steht immer wieder auf dem Prüfstand der Muttergesellschaft. Mit der Neuausrichtung und der Konzentration auf das angestammte Luftfahrtsegment geht eine engere Bindung an das Kerngeschäft der Lufthansa einher. Das schärft das Profil, erschwert aber das Vorhaben, Drittkunden außerhalb des Konzerns zu finden. Bislang haben fremde Fluglinien noch keine Großaufträge mit der Lufthansa-Tochter abgeschlossen. Dagegen verweist die Sprecherin auf zahlreiche kleinere Abschlüsse in der Luftfahrtbranche mit Kunden außerhalb des Lufthansa-Konzerns. Große Aufträge seien in dieser Industrie unüblich.