Neue Mitarbeiter und Berater

Wo wird aus Insiderwissen Betriebsblindheit?

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Wie wichtig Branchenkenntnisse bei neuen Mitarbeitern oder Beratern sind und wann dadurch Hürden aufgebaut werden, beschreibt Helmut König.

Neue Unternehmensberater und Mitarbeiter kommen zumeist aus der eigenen Branche. Unternehmen hoffen so zusätzlich auf neue Marktinformationen. Dabei geht jedoch leicht der Blick über den Tellerrand verloren.

Nur die Branche hilft mir weiter

Foto: Fotolia, A. Klementiev

Wenn man einer Untersuchung zum Einsatz von Unternehmensberatungen Glauben schenken darf, schwört ein Großteil der mittelständischen Unternehmen auf Berater mit Branchenkenntnissen. Auch bei der Einstellung von neuen Mitarbeitern scheint die Erfahrung aus dem eigenen Markt entscheidendes Auswahlkriterium zu sein. "Was bei den Wettbewerbern funktioniert hat, wird bei uns schon auch klappen". Dass man damit aber immer auch in alten Bahnen verhaftet verbleibt und keine neuen Wege und Möglichkeiten beschreitet, scheint nicht so wichtig zu sein. Das ist Handeln nach dem Motto: "Wer nichts Neues versucht, kann auch weniger falsch machen"

Beratung für Unternehmen

Egal, was benötigt wird; eine Vertriebsberatung, eine Organisationsberatung oder Unterstützung in der Produktionsoptimierung; immer soll der Berater über Branchenkenntnisse verfügen. Die scheinen deshalb so wichtig, weil er die Branche kennt, somit nicht eingearbeitet werden muss und vielleicht noch den ein oder anderen Tipp in Bezug auf Produktion oder Vertrieb aus dem eigenen Markt mitbringt. Die Vorgehensweise ist bequem, aber erfolgreiche Unternehmensentwicklung ist nicht bequem. Ludwig Bölkow hat dazu gesagt: "Ein Unternehmen ist kein Zustand, sondern ein Prozess". Erfolgreiche Unternehmensentewicklung reibt sich an vielen Stellen im Betrieb, bringt Unruhe, probiert neue Dinge aus und entscheidet sich für die besten.