Wunsch und Wirklichkeit

Wo sind die mobilen Nutzer?

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Das Interesse an mobilem Internet und Apps ist gewaltig. Die tatsächliche Nutzung durch die Anwender weniger.

Der mobile Boom hat nicht nur die Nutzer erfasst, auch viele Unternehmen wollen auf der Welle mitschwimmen. In der Hoffnung auf neue Umsatzströme entwickeln sie spezielle, an die kleinen Smartphone-Displays und niedrige Bandbreiten angepasste Websites oder geben für gutes Geld eigene mobile Anwendungen in Auftrag.

Das iPhone als Wegbereiter

Besonders im Trend liegen Programme für Apples iPhone - die Koppelung des schicken Touchscreen-Geräts mit dem iTunes-Portal und dem dahinterliegenden App Store hat den mobilen Apps erst zum Durchbruch verholfen. Dank der großen Beliebtheit, aber auch aus Mangel an alternativen Marktplätzen zählt der App Store mittlerweile über 185.000 Anwendungen für iPhone, iPod Touch oder iPad, die Zahl der Downloads hat unlängst die Grenze von vier Milliarden überschritten. Doch während diese Werte die Popularität von Apple und seinen Produkten klar dokumentieren, sagen sie nur wenig über den Erfolg der einzelnen Programme im App Store und ihrer Entwickler. In Wirklichkeit fällt die Bilanz der meisten Apps-Schreiber eher schlecht aus, so schlecht, dass der frühere Nokia-Manager und Mobility-Berater Tomi Ahonen sogar Analogien zu den Goldsuchern im 19. Jahrhundert sieht. Schon damals habe sich der Großteil des gefundenen Goldes im Nachhinein als Katzengold erwiesen, unkt er, während der Gemischtwarenhändler vor Ort mit dem Verkauf der teuren Werkzeuge und Schürfrechte den größten Profit erzielt habe.