Sd&m-Gründer

Wo ist eigentlich. . . Ernst Denert?

Hans Königes ist Ressortleiter Jobs & Karriere und damit zuständig für alle Themen rund um Arbeitsmarkt, Jobs, Berufe, Gehälter, Personalmanagement, Recruiting, Social Media im Berufsleben. Zusätzlich betreut das Karriereressort inhaltlich das Karrierezentrum auf der Cebit.
19 Jahre stand Ernst Denert an der Spitze des von ihm mitgegründeten Softwarehauses sd&m, heute produziert er Software für Verkehrsbetriebe.

Ernst Denert hatte beruflich alles erreicht und wollte 2001 eigentlich mit 59 Jahren aufhören - um zum Beispiel ein wenig zu beraten, zu lehren, noch ein Buch zu schreiben und bergzusteigen.

Das von ihm mitgegründete Softwarehauses sd&m ist eines der erfolgreichsten Unternehmen der IT-Branche, dessen Kundenstamm sich wie das "Who is who" der deutschen Wirtschaft liest. Die Unternehmenskultur und die hohe technische Qualität der Projekte genossen in der Branche einen sehr guten Ruf. Denert engagierte sich darüber hinaus als Honorarprofessor, gründete die Ernst Denert-Stiftung für Software-Engineering, die jedes Jahr einen gut dotierten Preis an junge Informatiker verleiht, und stiftete einen Lehrstuhl an der TU München.

Ernst Denert investierte Millionen in den Softwarehersteller IVU Traffic.
Ernst Denert investierte Millionen in den Softwarehersteller IVU Traffic.
Foto: Ernst Denert

Nach dem Verkauf von sd&m an Capgemini saß Denert noch eine Zeitlang im Aufsichtsrat seines Unternehmens, fühlte sich da aber ziemlich überflüssig: "Was konnte ich bei sd&m noch bewegen, wenn es zu 100 Prozent Capgemini gehörte?"

Seine Ruhestandspläne wurden Makulatur, als eine Nachricht aus Berlin kam - dort hatte Denert in den 60er und 70er Jahren Elektrotechnik studiert und in Informatik promoviert. Jetzt erreichte ihn der Hilferuf eines Bergkameraden und Mitgründers der IVU Traffic Technologies AG, die Software für Verkehrsunternehmen produziert. Sie war durch einen Fehlkauf nach dem Börsengang im Jahr 2000 schwer angeschlagen.

Chef von IVU Traffic

Denert übernahm den Vorstandsvorsitz, stieg mit einem Millionenbetrag aus seiner Privatschatulle ein und brachte das Unternehmen wieder in die Spur. Mittlerweile arbeiten über 300 Mitarbeiter an IT-Systemen für Verkehrsplanung und -steuerung, die nicht nur in Deutschland im Einsatz sind, sondern von Dublin bis Dubai, neuerdings auch in Südamerika. Spätestens am 31. Dezember 2009 ist aber wirklich Schluss, versichert Denert.