Intelligente Systeme in der Praxis

Wo IBMs Watson helfen kann

10.12.2012 | von 
Wozu braucht die Menschheit intelligente Systeme wie IBMs Superrechner Watson? Einschlägige Projekte demonstrieren die Einsatzmöglichkeiten.

IBMs "Watson"-Rechner wurde der Weltöffentlichkeit bekannt, als er im Februar 2011 in der beliebten US-Quizshow "Jeopardy" antrat und gewann. Nicht gegen irgendwen. Sondern gegen Ken Jennings und Brad Rutter, die in dieser Fernsehsendung erfolgreichsten Teilnehmer aller Zeiten. Für Big Blue geriet die Sendung zum sensationellen Marketing-Erfolg, dessen Dimension das Unternehmen völlig überraschte.

"Das ist erst der Anfang"

Wie ungeheuer angespannt das gesamte Watson-Entwicklerteam um David Ferrucci während des Jeopardy-Showdowns war, zeigt das folgende Video. Vier Jahre lang hatten die Wissenschaftler gearbeitet, um Watsons Algorithmen fit für den ultimativen Test zu machen. Die Ferrucci-Mannschaft ging durch die Hölle, als Watson scheinbar "leichte" Fragen falsch beantwortete ("Toronto"). Dabei zeigt gerade dieses Beispiel, dass Watsons "Gehirn" anders arbeitet als ein menschliches.
Schließlich behielt Watson das gute Ende für sich - und das überzeugend. Erst da wurde dem Team klar, dass es mit Watson Geschichte geschrieben hatte. Einige im Team hatten Tränen in den Augen, als Watson gegen die besten Jeopardy-Teilnehmer gewonnen hatte, die jemals bei der Quiz-Sendung mitgemacht hatten. Den Wissenschaftlern wurde erst langsam klar, was die Watson-Entwicklung für unterschiedlichste Fragestellungen, die die Menschheit bewegt, an Fortschritt bedeuten kann.

Oder wie David Gondek am Schluss sagt: "Ich dachte "Das war's jetzt. Das ist das Ende. Wir haben es geschafft." Aber mir wird bewusst: Das ist erst der Anfang!"

Aber Watson wurde natürlich nicht entwickelt, um durch TV-Sendungen zu tingeln. Er und seine Nachfolger sollen die Art und Weise von Grund auf verändern, wie mit Hilfe von Computersystemen Massendaten erfasst, durchkämmt und analysiert werden. Der entscheidende Qualitätssprung gegenüber bisherigen Data-Mining-, Decision-Support- und Business-Intelligence-Systemen wird sein, dass Rechner in Zukunft Wahrscheinlichkeiten ausrechnen, Prognosen erstellen und Handlungsempfehlungen geben können. Erst recht, wenn sie in der Lage sind, das angesammelte Wissen dazu zu nutzen, sich selbst zu verbessern.

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