Rugged Devices

Wo bleibt das robuste Outdoor Tablet für die Logistik 4.0?

Geert-Jan Gorter machte sich im August 2004 nach einem Physik-Studium an der Universität Twente in Enschede (NL) und mehreren Jahren als Projektleiter in der Softwareentwicklung mit der proLOGiT GmbH in Dortmund selbstständig. 2013 gründete Gorter mit Christian Krüger die catkin GmbH in Dortmund, die ein unternehmensübergreifendes Kommunikationsportal für Logistik-Aufträge in komplexen Dienstleisterstrukturen anbietet.
Ohne funktionsfähige mobile Hardware werden Industrie 4.0 und eine vernetzte Logistik nicht wirklich den Durchbruch schaffen. Wie müsste ein solches Endgerät aussehen?
Herkömmliche Tablets erfüllen nur einen Bruchteil der Anforderungen an Outdoor-Geräte.
Herkömmliche Tablets erfüllen nur einen Bruchteil der Anforderungen an Outdoor-Geräte.
Foto: Shutterstock.com - Peter Bernik

Auch die Lieferketten werden immer mehr digitalisiert. Doch in der Logistik braucht es dafür mehr als Web-Plattformen, die nur am Büro-PC genutzt werden können. Sondern auch im Rangierbahnhof, auf der Containerbrücke oder im Verladeterminal müssen die Mitarbeiter Zugriff auf entsprechende Apps die Transportdaten haben. Erfahrungsgemäß geht es in der Logistikbranche oft hektisch und nicht besonders sanft zu. Grobe Stöße und Erschütterungen sind für die technische Ausrüstung ebenso an der Tagesordnung wie die Durchnässung bei einem Regenschauer sowie staubige oder gar ölige Fingerabdrücke auf Display und Gehäuse. Auch Vibrationen durch den täglichen Einsatz auf einem Gabelstapler machen herkömmlichen Geräten schnell den Garaus.

Zerberstende Displays und Wasserschäden

Die Antwort der Hersteller sind sogenannte "Rugged Devices", also besonders strapazierfähige mobile Endgeräte. Laut den Hardware-Lieferanten verfügen sie über Eigenschaften wie "stoßfestes Gehäuse", "Staubresistenz", "spritzwasserfest" oder "Feuchtigkeitsresistenz" und sind rundum versiegelt, um sie gegen Wasser, Staub, Erschütterungen und Vibrationen ebenso unempfindlich zu machen wie gegen extreme Temperaturen und Luftdruckunterschiede in einem Transportflugzeug. Features wie ein stabiler Magnesiumrahmen im Innern des Geräts, Ecken mit Kunststoffpolstern am Gehäuserand zur Absorption der Stoßenergie beim Fallen oder gehärtetes Displayglas sollen dafür die Voraussetzungen schaffen.

Eine Umfrage hat kürzlich gezeigt, dass private Smartphone- oder Tablet Besitzer zu rund 80 Prozent in den letzten fünf Jahren Beschädigungen an ihren Handys vorzuweisen hatten. 50 Prozent gaben an, dass das Display gesprungen oder gebrochen war. Etwas weniger als die Hälfe erwähnte, dass es zu einem Wasserschaden gekommen ist. Knapp ein Drittel wies auf Beschädigungen von Komponenten oder anderen Bauteilen durch Stürze hin.

Eine Vergleichsumfrage unter professionellen Nutzern unter rauen Arbeitsumgebungen zeigte gleichzeitig, dass Beschädigungen am Smartphone oder Tablet im Berufsalltag ebenfalls die häufigste Problematik darstellen. Mehr als die Hälfte der Befragten verwiesen zum Beispiel auf Display-Brüche durch die andauernden Belastungen. Und mit der Akkulaufzeit sind 37 Prozent der Profi-Nutzer unzufrieden.

Die praktische Erfahrung im täglichen Einsatz zeigt, dass es auch bei vielen "Rugged Devices" einen Widerspruch zwischen den Ankündigungen und der Realität gibt. Eine Reihe von Geräten bestehen den Härtetest in der rauen Umgebung der Logistik nicht. Bei starkem Regen funktioniert der Touchscreen unzuverlässig oder die Tablets und Smartphones sind überhaupt nicht wasserdicht. Schmierfett und Öl verhindern die exakte Bedienung. Manchmal ist auch die Akkulaufzeit so kurz, dass ohne Aufladen ein normaler Arbeitstag nicht überstanden wird.

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hirnwuehler

Es gibt auf dem Markt schon Geräte welche derartige genannte Anforderungen entsprechen. Was aber nützt das tollste Gerät wenn die benötigten Anwendungen dafür nicht vorhanden und die Prozesse nur als Visionen auf vermeintlich strategischen Folien des Managements existieren.

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