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WLAN-Unterstützer im Clinch mit dem US-Militär

18.12.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Mehrere IT-Unternehmen, darunter Branchengrößen wie Microsoft, Intel und Cisco, wollen sich gegen Bestrebungen des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums zur Wehr setzen, die Nutzung drahtloser Internet-Verbindungen einzuschränken. Laut einem Bericht der New York Times fürchten die Militärs, dass die nächste WLAN-Generation den Betrieb von Radaranlagen zur Luftüberwachung und Raketensteuerung stören könnte.

Die Diskussionen drehen sich um den neuen Standard 802.11a. Laut den Spezifikationen arbeitet dieser im Frequenzbereich zwischen fünf und sechs Gigahertz. Zwar bieten 802.11a-basierende WLANs eine geringere Reichweite als der aktuelle Standard 802.11b, erlauben dafür aber mit 54 Mbit pro Sekunde deutlich höhere Datentransferraten. Da jedoch auch die militärischen Radaranlagen im Frequenzband zwischen fünf und sechs Gigahertz arbeiten, warnen die Wissenschaftler des Pentagon vor Störeinflüssen, was wiederum die nationale Sicherheit der USA einschränken könnte.

Sollte das US-Militär Restriktionen gegen den neuen WLAN-Standard durchsetzen, fürchten die IT-Unternehmen um den weiteren Ausbau des Netzes für drahtlose Internet-Zugänge und damit um den wirtschaftlichen Aufschwung in diesem Geschäftssegment. Außerdem gebe es mit der Dynamic-Frequency-Selection- (DFS-)Technik eine Möglichkeit, Interferenzen von vornherein zu vermeiden. Mit DFS ausgestattete WLAN-Geräte können demnach automatisch Radarstrahlen erfassen und auf einen anderen Kanal wechseln. Allerdings, so fürchten die Militärs, reiche die Sensibilität der Geräte nicht aus, um den Radarbetrieb der US-Streitkräfte störungsfrei sicher zu stellen. Nach Einschätzung von Scott Harris, Anwalt der IT-Firmen, gehe es nun darum, einen Kompromiss in Sachen Geräteempfindlichkeit zu finden, mit dem einerseits der Radarbetrieb gewährleistet ist und andererseits die WLAN-Geräte ohne Einschränkungen im Netz arbeiten

können. Bis zur Tagung der World Administrative Radio Conference (WARC) im Juni 2003 in Genf, wollen sich beide Seiten einigen. (ba)