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Wissenschaftliche Suchmaschine nimmt Testbetrieb auf

27.06.2003

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Projekt einer Suchmaschine, mittels derer die Suche und der Austausch von wissenschaftlichen Dokumenten möglich wird, geht ab dem 1. Juli 2003 in den Test-Betrieb. Unter dem Namen "DFN Science-to-Science" fördert der Deutsche-Forschungs-Netz-Verein (DFN) die Implementierung eines Peer-to-Peer-Dienstes für das Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-Win). Durchgeführt wird das Projekt von der Berliner Firma Neofonie GmbH.

Ähnlich Musik-Tauschbörsen basiert der im Projekt entwickelte Dienst "DFNS2S" auf einem Netzwerk von Knoten (peers). Anders allerdings als bekannte Tauschplätze wie Gnutella oder Kazaa, die zum Auffinden von Dateien nur Titel und Metadaten von Dokumenten verwenden, erfolgt die Suche bei der Anfang Juli 2003 scharfgeschalteten Suchmaschine zusätzlich im Volltext der bereitgestellten Daten und Dokumente. Dadurch ist eine wesentlich präzisere Recherche nach bestimmten Inhalten möglich. Außerdem unterscheidet das Wissenschaftssuchsystem zwischen Provider- und Consumer-Peers. Das heißt, nicht jeder, der den Dienst nutzen möchte, muss gleichzeitig auch Inhalte anbieten.

Für die Wissenschaft ergibt sich mit DFNS2S noch ein besonderer Nutzen: Die Provider-Peers finden auch Datenbankinhalte und häufig aktualisierte Dokumente und stellen diese dann auch zur Verfügung. Der in DFNS2S eingesetzte Suchroboter sammelt Dokumente in dafür freigegebenen Dateisystemen auf FTP- und Web-Servern. Automatisch erstellte lokale Volltextindizes der gefundenen Dokumente werden bei Änderungen am Dokumentenbestand zeitnah aktualisiert. Für Wissenschaftler hat das einen nicht zu unterschätzenden Vorteil: Sie haben auf diese Weise keinen zusätzlichen Aufwand bei der Publikation wissenschaftlicher Informationen im Wissenschaftsnetz.

Seit Anfang Juni 2003 können sich wissenschaftliche Arbeitsgruppen und Einrichtungen als Beta-Tester von DFNS2S registrieren lassen. Ein Anmeldeformular findet sich im Web unter http://s2s.neofonie.de/anmeldung.jsp. Von Juli 2003 bis zum Jahresende soll das System auf seine Leistungsfähigkeit und Stabilität in der Praxis getestet werden. Nur angemeldete Beta-Tester können in dieser Zeit den Dienst nutzen. Ab 2004 steht die DFNS2S-Software dann allen wissenschaftlichen Einrichtungen zur Verfügung. (jm)