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Wisconsin verbietet RFID-Implantate wider Willen

13.06.2006
Der US-Bundesstaat hat ein Gesetz erlassen, das mögliche Fehlentwicklungen im Ansatz unterbindet.

Verbraucherschutzorganisationen warnen schon lange vor dem missbräuchlichen Einsatz der Funkfrequenz-Identifikation, englisch: Radio Frequency Identification (RFID). Allmählich beschäftigt sich auch der Gesetzgeber mit dem Thema - zumindest in den USA. Dort untersagt der Bundesstaat Wisconsin demnächst per Gesetz die Implementierung von RFID-Chips in die menschliche Haut - es sei denn, der Träger stimmt ausdrücklich zu.

Das Gesetz wurde am 30. Mai von Gouverneur James Doyle unterzeichnet. Am morgigen Mittwoch soll es in Kraft treten. Es besagt ausdrücklich, dass niemand einen anderen Menschen zwingen darf, sich einen Microchip unter die Haut pflanzen zu lassen. Zuwiderhandlungen werden mit einem Bußgeld von 10 000 Dollar bestraft - wohlgemerkt: pro Tag, den der Chip im Körper des Geschädigten verbleibt.

Bislang ist allerdings noch kein Fall bekannt geworden, wo ein Mensch gegen seinen Willen mit einem RFID-Chip gekennzeichnet worden sei. Das räumte auch der demokratische Abgeordnete Marlin Schneider ein, der den Gesetzentwurf eingebracht hatte. Seiner Ansicht nach sollte die Legislative aber nicht warten, bis ein Schaden entstanden ist, sondern vorausschauend auf neue Technologien reagieren. In Deutschland hat der der nationale Ethikrat dem Thema Chipimplantate im März einen Infobrief gewidmet. (qua)