Wirtschaftsenglisch am PC trainieren

22.08.2001
Von Elisabeth Matheis
E-Learning-Produkte überschwemmen derzeit den Markt und stellen den Kunden vor die Qual der Wahl. Wo lohnt es sich für den Weiterbildungswilligen, in solche Softwarepakete zu investieren? Getestet wurden verschiedene interaktive E-Learning-Programme.

Das Programm "Career Strategies" (99 Mark) von Cornelsen ist ein Englisch-Lernprogramm, das als Karrierespiel konzipiert ist. Der Benutzer startet in einer fiktiven englischen Firma mit einem Vorstellungsgespräch als Personalassistant und kann auf der Karriereleiter bis zum Managing Director aufsteigen. Jede Stufe bietet Situationen und Gespräche, die in einem interaktiven Video abgespielt werden. Während des Videos muss der Benutzer auf dem Bildschirm zwischen verschiedenen Alternativen den passenden Dialog auswählen. Nur mit der richtigen Antwort kann der User Punkte sammeln, die ihm später ein Aufsteigen zur nächsten Karrierestufe ermöglichen. Die Benutzeroberfläche ist sehr gut, da sie motivierend auf den Lernprozess wirkt und nicht ablenkt. Ausgezeichnet sind auch die Videosequenzen, die den Benutzer in die Handlung mit einbeziehen.

Das Programm ist einfach zu bedienen, allerdings zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig. Entschließt man sich für den vorgegebenen Lernweg, kann man von diesem nicht mehr abweichen. Es sind erhebliche Vorkenntnisse erforderlich, um mit dieser Software zu arbeiten, allerdings bestimmt der User das Lerntempo selbst. Die Sprachqualität des Programms ist sehr gut und deutlich. Die Spracheingabe über ein normales Headset erweist sich als schwierig, da jeder Satz mehrmals wiederholt werden muss und nicht immer verstanden wird. An jeder Stelle des Programms existiert eine Hilfefunktion zu Grammatik und Vokabeln, jedoch nicht zur Handhabung. Als Dokumentation wird nur ein kleines Papierhandbuch mitgeliefert, das aber für Installation und Bedienung ausreichend Informationen beinhaltet.

Bei der Software "Business-English" (98 Mark) von Digital Publishing begleitet ein Moderator namens Tim den Lernenden auf seiner Reise durch die verschiedenen Themen der Wirtschaft. Diese werden als Dia-Show präsentiert. Sprechblasen bieten den Text zum Mitlesen, die Alt-Taste die dazugehörende Übersetzung. Zu jedem Thema gehören zahlreiche Übungen vom Lückentext bis zu Satzpuzzles. Der virtuelle Assistent Tim ist immer da, um Lösungen zu korrigieren und Übungen zu kommentieren. Ohne eine längere Einarbeitungszeit ist es allerdings schwierig, mit dem komplexen Programm zu arbeiten.

Die Software führt nicht kontinuierlich von Lektion zu Lektion, da kein vorgeschriebener Lernweg existiert. Der Benutzer nimmt zunächst an einem Einstufungstest teil. Abhängig vom Vorwissen empfiehlt das Programm dann bestimmte Lektionen. Eingeübt wird amerikanisches Englisch, das in der Geschäftswelt am meisten verbreitet ist. Daher beziehen sich auch Themen und Informationen auf die USA und ihre großen Städte. Die Spracheingabe erfolgt über Mikrofon. Die gesprochene Sprache wird dann mit der Originalaussprache visuell verglichen, und der User kann sich entsprechend korrigieren.

Das Programm "Tell me More" von Cornelsen (99 Mark) ist der vierte Teil eines umfassenden Sprachkurses, der von den Anfängen über die Mittelstufe bis hin zum Englisch für Fortgeschrittene führt und im vierten Teil Wirtschaftsenglisch vermittelt. Der Benutzer kann sich durch das Programm über einen vorgegebenen Lernweg vorarbeiten oder seinen individuellen Plan zusammenstellen. Interessant ist auch die dritte Möglichkeit, im Zeitplaner die Wünsche, Anforderungen und die zur Verfügung stehende Zeit anzugeben, woraus "Tell me More" ein persönliches Programm zusammenstellt. Die absolvierten Schritte und die Ergebnisse sind jederzeit überprüfbar.

Inhalt dieses Artikels