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"Wir wollen die Nummer 1 im Soho-Markt werden"

11.07.2005
Douglas Burgum und Peter Ruchatz von Microsoft Business Solutions sprachen mit der CW über das künftige Anwendungsgeschäft im Soho-Markt und den Wettbewerb mit SAP.

MINNEAPOLIS (COMPUTERWOCHE) - Douglas Burgum, Chef des Microsoft-Geschäftsbereichs Business Solutions (MBS), und Peter Ruchatz, Direktor der MBS in Deutschland, sprachen mit CW-Autor Eberhard Heins über das künftige Anwendungsgeschäft im Soho-Markt und den Wettbewerb mit SAP.

CW: Wann wird das ERP-Paket "Small Business Accounting" für Unternehmen mit ein bis zwei Anwendern in Deutschland verfügbar sein?

Ruchatz: Innerhalb der nächsten 18 Monate.

CW: In den USA soll SBA rund 200 Dollar kosten, also deutlich unter 200 Euro. Was verlangen Sie in Deutschland dafür?

Ruchatz: Den endgültigen Preis kann ich heute noch nicht bekannt geben. Er wird aber sicher sehr wettbewerbsfähig.

CW: Wen sehen Sie in Deutschland als Wettbewerber von SBA?

Ruchatz: Sage mit dem "PC-Kaufmann" oder Lexware stehen an erster Stelle. Zu SAPs "Business One" sehe ich keinen Wettbewerb, da SBA ein Produkt ist, das sie im Gegensatz zu Business One im Großhandel kaufen und selber installieren können.

CW: Welchen Marktanteil strebt Microsoft mit SBA im Soho-Markt an?

Burgum: Wir wollen die Marktführerschaft in diesem Segment. Wir wissen aber auch, dass das nicht von heute auf morgen möglich sein wird. Wir wollen aber sehr schnell die Nummer zwei hinter Intuit werden.

CW: Microsoft entwickelt zusammen mit SAP unter dem Namen "Mendocino" ein integriertes Produkt, das aus Anwendungs-Software der Walldorfer und MSOffice besteht. Warum geben Sie einen Wettbewerbsvorteil ihres Geschäftsbereichs Business Solutions an einen Konkurrenten weiter?

Burgum: Wir konkurrieren nicht mit SAP im Großkundengeschäft. Deshalb haben wir einen Wunsch unserer Kunden erfüllt.

CW: SAP-Vorstand Shai Agassi hat auf der Sapphire 2005 in Kopenhagen aber bekannt gegeben, das SAP Mendocino auch für seine Mittelstandsprodukte "All-in-one" und Business One anbieten will, und mit diesen ERP-Paketen konkurriert Microsoft.

Burgum: Die Vereinbarung, mit SAP gemeinsam Mendocino zu entwickeln, gilt nicht für diese beiden Produktlinien. Wir können SAP nicht daran hindern, es dennoch zu tun, werden sie aber dabei nicht unterstützen.

CW: Sie wollen SBA über Office-Vertriebskanäle wie Großhandelsmärkte und OEM-Partner vermarkten? Mit welchen PC-Herstellern und Händlern haben Sie dafür Verträge abgeschlossen oder werden dies tun?

Burgum: Wir starten mit Dell.

CW: Werden Sie auch mit anderen PC-Herstellern wie Fujitsu Siemens Computers sprechen?

Ruchatz: Dazu können wir im Herbst mehr sagen. FSC ist aber wie Dell in Deutschland sicher ein Kandidat für eine OEM-Partnerschaft. Als Retailer kommen beispielsweise der Media Markt oder Saturn in Frage. (hei/tc)