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Suchmaschine startet Crowdfunding

"Wir verschreiben Hulbee dem Volk"

Simon verantwortet auf Computerwoche online redaktionell leitend überwiegend alle Themen rund um IT-Sicherheit, Risiko-Management, Compliance und Datenschutz. Er entwickelt darüber hinaus innovative Darstellungsformate, beschäftigt sich besonders gerne mit Datenanalyse und -visualisierung und steht für Reportagen und Interviews vor der Kamera. Außerdem betreut der studierte Media Producer den täglichen Früh-Newsletter der Computerwoche. Aufgaben in der Traffic- und Keyword-Analyse, dem Content Management sowie die inoffizielle Funktion "redaktioneller Fußballexperte" runden sein Profil ab.
Nutzer zu Geld machen - wo Google Daten sammelt und gezielte Werbung verkauft, sammelt die datensichere Suchmaschine Hulbee ab sofort Spenden ein, um unabhängig zu bleiben und ein Zeichen zu setzen.

Wer im Netz nach Informationen sucht, lässt in der Regel selbst welche da - Google beispielsweise kann deshalb sehr gut davon leben, dass sie Nutzerdaten sammeln und zielgerichtete Werbeplätze verkaufen. Die Gegenbewegung heißt Datenschutz-Suchmaschine und kommt in Form von Ixquick, Startpage oder eben auch Hulbee daher. Hier geht es ausschließlich darum, die Privatsphäre der Anwender zu schützen.

Hulbee.com steigt komplett auf ein nutzergestütztes Finanzierungsmodell um - man sammelt und verkauft aber keine Daten, sondern sammelt stattdessen Spenden.
Hulbee.com steigt komplett auf ein nutzergestütztes Finanzierungsmodell um - man sammelt und verkauft aber keine Daten, sondern sammelt stattdessen Spenden.

Doch wie lassen sich solche Suchmaschinen monetarisieren - Betrieb und ständige Verbesserung binden schließlich Ressourcen, die finanziert werden wollen? Viele Möglichkeiten gibt es da derzeit noch nicht - entweder man setzt doch irgendwie auf Google-Anzeigenkooperationen oder man holt sich das Geld von den Menschen, die die Suchmaschine nutzen. Ähnlich wie Wikipedia seit Jahren erfolgreich einmal jährlich eine großer Kampagne startet, um das weitere Überleben zu sichern, möchte Hulbee-CEO Andreas Wiebe nun auch seine Suchmaschine komplett "dem Volk verschreiben", wie er im COMPUTERWOCHE-Interview betont. "Hulbee verdient kein Geld durch Werbung, wie die üblichen Suchmaschinen Google oder Yahoo, da die Nutzer nicht verfolgt werden. Wir möchten weiterhin eine unabhängige datensichere Suchmaschine bleiben und keine Nutzerdaten verkaufen, da wir der Meinung sind, dass jeder das Recht auf Datenschutz hat. Wenn viele etwas gemeinsam tun, dann lässt sich auch mehr erreichen", so Wiebe.

Erfahrung durch Swisscows

Der Schweizer Hulbee-Ableger Swisscows ist bereits komplett auf Crowdfunding umgestiegen und damit im Alpenstaat sehr erfolgreich unterwegs. Nun soll mit Hulbee.com auch der internationale Crowdfunding-Markt für Suchmaschinen erobert werden. Das Besondere an der Suchmaschine sind ihre semantischen Zusatzfunktionen, die bei der Recherche unterstützen und eine Art "Trend-Barometer", das die "heißesten" Suchanfragen kompakt zusammenfasst. Darüber hinaus legt Wiebe großen Wert auf Hulbees Tauglichkeit als Suchmaschine für die ganze Familie: "Bei uns finden Sie keinerlei Erotik-, Porno- oder Gewaltangebote im Suchindex. Wer nach so etwas sucht, der sollte sich gleich woanders umschauen."

Auch beim Hulbee-Ableger Swisscows bittet CEO Andreas Wiebe persönlich um Spenden.
Auch beim Hulbee-Ableger Swisscows bittet CEO Andreas Wiebe persönlich um Spenden.