Diesen Artikel bewerten: 

Das industrielle Internet

Wir stehen vor einer gewaltigen Transformation

Mathias Kaldenhoff, Head of Business Development Platform Solutions, SAP,  verfügt über fast zwei Jahrzehnte Erfahrung im Bereich Business Technology und ist als Influencer außerdem Spezialist in den Fachgebieten HANA, D & T, BI/BA, CRM, FIN, HCM und Mobile Enterprise mit dem Fokus auf Sicherheit. Sein Schwerpunkt liegt auf Realtime, Big Data, Realtime Enterprise Platform, Predictive, Analytics, Mobile und Value Selling, worüber er bereits in verschiedenen Publikationen zahlreiche Beiträge veröffentlicht hat. Mathias Kaldenhoff verantwortet heute SAP Platform Sales Business Development.
Veränderte Berufsbilder, Erhöhung des BIP und neue Geschäftsmodelle - Industrie 4.0 und das Internet der Dinge stellen uns vor große Veränderungen. Für welche Branchen das besonders relevant ist und warum es dabei nicht nur um Daten geht, erfahren Sie hier.

Einstein sagte einmal: "Ich denke niemals an die Zukunft. Sie kommt früh genug." Dem entgegen die Trendforscherin Faith Popcorn später: "Die Zukunft ist ein ernstes Geschäft. Wenn die Kunden die Zukunft vor Ihnen erreichen, sitzen Sie in der hintersten Reihe."

Planerisch in die Zukunft gesehen, nähert sich eine epochale Änderung, die die nachfolgend beschriebenen drei bedeutendsten Innovationswellen der letzten 200 Jahre zu einer vierten vereint:

  • die erste industrielle Revolution innovierte durch Maschinen, Fabriken, Eisenbahnen, Elektrizität und Luftfahrt (Ende des 18. bis Ende des 19. Jahrhunderts)

  • die zweite durch Einführung der Massenproduktion (Einführung der Serienproduktion 1910 bis Taylorismus, um 1930),

  • die dritte - Revolution des Internets - durch Rechenleistung, Datennetzwerke und unermesslichen Zugang zu Informationen und Kommunikation (Frühphase ab Mitte der 1960er Jahre bis zur 97%igen Dominanz des Datenverkehrs im Jahre 2007)

Die entstehende vierte Änderung - das Industrielle Internet (Internet der Dinge / Industrie 4.0) - bringt nun intelligente Maschinen, neue Generationen der Analytik und menschliche Kreativität kollaborativ zueinander. Technologie transformiert erneut wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutsame Industriesektoren, wie die Energiewirtschaft, Luftfahrt, Transport und Logistik und den Gesundheitsbereich.

Die Transformationen sind nach Prognosen gewaltiger als die der 1. Industriellen Revolution. Behauptungen, dass sich heute Technologie und Wachstum nur um Social Media, Spiele und neue Verkaufskanäle drehen, verkennen den wirtschaftlich revolutionären Charakter. Die neu durch die Industrie fegende Innovationswelle ist anders. Allein in den USA könnte das Internet der Dinge in den nächsten 15 Jahren das Durchschnittseinkommen zwischen 25 Prozent und 40 Prozent erhöhen. Das globale BIP wiederum in Größe der heutigen Wirtschaft der USA: zwischen 7 und 11 Billionen Euro.

Woraus besteht nun das Internet der Dinge?

Maschinen mit einer stetig wachsenden Anzahl von elektronischen Sensoren "sehen", "hören" und "fühlen". Sensoren sind nicht neu, aber jetzt erlauben ihre stark fallenden Preise und Fortschritte der kostenminimierten Datenaufbewahrung die Verarbeitung ungeheurer (Mess)Datenmengen durch hochentwickelte Analytik in Echtzeit. Auf Echtzeit-Plattformen mit eingebundener Virtualisierung, Multi-Core-Prozessor-Technologien, fortgeschrittener, cloud-basierende Kommunikation und einer neuen, durch Software definierten Maschinen-Infrastruktur, kommunizieren Objekte, wie Flugzeugmotoren, Lokomotiven, Gasturbinen und medizinische Geräte nahtlos durch das ganze industrielle System hindurch, mit den Backend-Systemen und mit uns. Maschinenfunktionalität wird in Software virtualisiert, Software von Hardware getrennt und damit automatisch der industrielle Bestand beobachtet.

Individuelle Maschinen, Flotten von Zügen und Flugzeugen und ganze Systeme wie Energieversorgungsnetze oder Krankenhäuser können auf komplett neue und effizientere, vermögens- und systemoptimierte Arten bedient, verwaltet, gesteuert und erweitert werden.

Die Kombination von Datenströmen und Diensten in digitalisierten industriellen Anlagegütern erzeugt vier Muster für Geschäftsmodelle:

  • Verwaltung - durch Überwachung des Status und Erhöhung der Laufzeit (vorausschauende Wartung)

  • Monetisierung - durch Tarifierung seiner Dienste auf inkrementeller Basis (vermieten statt verkaufen)

  • Operationalisierung - durch Orchestrierung des sensorischen Grids (neue Dienste durch Zusammenschaltung und Umgebungskontrolle)

  • Erweiterung (durch Implementierung neuer Dienste)

Eine weitere wirtschaftliche Aufwertung erfährt das industrielle Internet durch die Verknüpfung mit den drei anderen "Internets" (Leute, Orte, Informationssysteme) zu dem "Internet Of Everything"

Für wen und warum ist das relevant?

Maschinenproduzenten erhalten Rückschlüsse auf Fertigung und Einsatz, Ersteller von Prozessen auf Effizienz und Wirkungsgrad. Es ermöglicht Herstellern, Betreibern, OEMs u.a. präventive, zustandsbasierende Wartung. Maschinen werden repariert, bevor sie stillstehen. Ungeplante Ausfallzeiten werden minimiert.

In der Luftfahrt sind heute ca. 10 Prozent aller Streichungen und Verspätungen auf außerplanmäßige Reparaturarbeiten zurückzuführen. Daraus entstehen weltweit jährlich Kosten von ca. 8 Milliarden Euro. Ein präventives Instandhaltungssystem dagegen, in jedem Flugzeug installiert, ist selbstlernend und sagt Probleme voraus, die ein menschlicher Operator übersieht. Das Flugzeug kommuniziert während des Fluges mit der Bodentechnik. Bei der Landung ist bekannt, ob und was repariert werden muss. Alleine in den USA könnte ein solches Systemüber 60.000 Verspätungen und Streichungen/Jahr verhindern. Millionen von Passagieren erreichten ihr Ziel rechtzeitig.

Es klingt trivial: amerikanische Kliniken reduzieren durch Kontrolle und Verbindung von Patienten, Personal und medizinischem Arbeitsmaterial mittels industrieller Internet-Technologie den Aufwand bei der Bettenneuvergabe um fast eine Stunde. Aber hochgerechnet: Der Wegfall von nur 1 Prozent existierender Ineffizienzen erspart der Gesundheitsbranche 44 Milliarden Euro weltweit.

Windparks sind mit ferngeregelten Überwachungs- und Diagnose-Programmen ausgestattet, mit denen Windkraftanlagen über die Neigung und koordinierte Ausrichtung der Rotorblätter kommunizieren. Entsprechend der Windstärke kann dadurch Elektrizität für weniger als 3 Cent/Kwh produziert werden - 1/6 des Preises im Jahr 2004.

Anwendungsgebiete wachsen exponentiell - wie die industrielle Datenmenge, die bis 2020 50 Prozent der gesamten digitalen Information ausmachen wird.

Im industriellen Internet geht es nicht nur um Daten

Die Art und Weise, wie wir arbeiten, verändert sich fundamental. Tools und Applikationen gestalten durch intelligentere und schnellere Zusammenarbeitsmodelle unsere Arbeitsumgebung effizienter und wertvoller und erzeugen neue Berufsbilder:

Digitale Maschinenbauingenieure verstehen Maschinen und Daten; Manager, beherrschen Business und Analytik und reorganisieren, um vollen Nutzen aus der Technologie ziehen zu können.

Außendienst-Techniker diagnostizieren Probleme vorab, übertragen Daten und werten diese aus.

Landwirte steuern nach Mechanisierung der Agrikultur und Automation der Industrie nun ihre Tätigkeiten über digitale Plattformen bei Saat, Aufzucht und Ernte.

Wir sind am Anfang. Es gilt, Hindernisse zu überwinden. Wir müssen in neue Technologien investieren, Organisations- und Verwaltungsstrategien anpassen. Wir müssen robuste Cyber-Sicherheitskonzepte erstellen, die vertrauliche Daten und geistiges Eigentum schützen und wichtige Infrastruktur vor Cyber-Attacken bewahren.

Es wird nicht einfach sein, aber es ist es wert.

 

Daniel Bergforth

Wenn man diesen Text liest, könnte man denken, ein Wahnsinniger hätten in geschrieben.

Wer sich ernsthaft diese vernetzte, scheinbar unkomplizerte Welt wünscht, der ist nicht nur geblendet von zu vielen Flachbildmonitoren, nein derjenige hat auch nicht gelernt was leben bedeutet und lebenswert macht.

Der nächtse, richtige Schritt, wäre die Ablösung der Industrie durch kommunale Wertschöpfungsketten, die Global denken und lokal handeln.
Das Verbot des Verbrennungsmotors in allen Bereichen.
Die Beschäftigung der Menschenmassen mit Renaturierung und Selbstversorgung und und und...

Ihr Dummköpfe macht euch alle abhängig von einer virtuellen Welt, die unseren natürlichen, einzig wahren und gesunden Lebensraum vernichtet!

Wacht auf und geht in den Garten, in den Wald spazieren oder an der frischen Luft joggen, solange es noch genug davon gibt!

comments powered by Disqus