Windows-Phone-Manager Belfiore

"Wir leisten wertvolle Arbeit, aber kaum einer merkt's"

16.10.2013
Microsoft hat es immer noch schwer, Windows Phone ins rechte Licht zu rücken und dem Android-iOS-Duopol die Stirn zu bieten. Dabei mache man sehr gute Arbeit, so Manager Joe Belfiore im Interview. Die wird allerdings von der breiten Masse nicht immer wahrgenommen.
Joe Belfiore zusammen mit Steve Ballmer und Jessica Alba
Joe Belfiore zusammen mit Steve Ballmer und Jessica Alba
Foto: Microsoft

Microsoft entwickelt Windows Phone stetig weiter, zuletzt mit dem gerade angekündigten GDR3-Update. Dabei wurden vor allem viele kleine Dinge verbessert und die Hardware-Fesseln gelockert, neue große Features, die der Endkunde sofort bemerken würde, gibt es kaum. Das wird offenbar zum Problem, denn der Fortschritt bei dem Microsoft-Betriebssystem scheint bei der breiten Masse nicht so recht wahrgenommen zu werden. Dieser Meinung ist auch Windows-Phone-Manager Joe Belfiore, er klagt: "Die Arbeit, die wir machen, ist wertvoll, und viele Leute sind sich dessen nicht bewusst."

Dabei kommt es es laut Belfiore gar nicht darauf an, unbedingt schöne neue Funktionen in Windows Phone einbauen zu müssen. Der Knackpunkt sind nach seiner Ansicht noch immer die Apps. Noch immer fehlten einige Schlüssel-Apps, so Belfiore, weshalb Microsoft und seine Partner dringend weiter daran arbeiten müssten, die Plattform für Entwickler attraktiver zu machen. Das GDR3-Update bringt mit seinen nach oben hin gelockerten Hardware-Vorgaben endlich die Möglichkeit, schnelle Quad-Core-Prozessoren und Full-HD-Displays anzubieten, wie sie bei der übermächtigen Android-Konkurrenz bereits seit langer Zeit verbreitet sind.

Es gibt aber natürlich auch genügend Lichtblicke für Microsoft und Windows Phone. Man hat sich etwa in Europa längst als dritte Kraft etabliert, in anderen Teilen der Welt ist man allerdings dem iPhone bereits voraus. Belfiore drückt das so aus: "Wir sind klein, aber wir wachsen schnell. Wir schaffen das." In Indien und Lateinamerika habe man das iPhone bereits überholt. In diesen Gegenden seien die Märkte eher offen dafür, "in was wir gut sind." Da Windows Phone, etwa mit dem weltweiten Top-Seller Nokia Lumia 520, verstärkt in den niedrigen Preisklassen Kunden abgreift, klingt das nachvollziehbar. Microsoft hat den Kampf also noch lange nicht aufgegeben, zumindest den zweiten Platz hinter Android erobern zu können.

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