Reiner Louis, Computacenter

"Wir erleben eine spannende Phase"

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Wie viele Dienstleister und Systemhäuser ist auch Computacenter gefordert, sich angesichts von Trends von Cloud Computing und der Digitalisierung der Fachbereich neu auszurichten. Reiner Louis, Sprecher der Geschäftsführung bei Computacenter, gibt Einblicke in das Vorhaben.
Reiner Louis Computacenter: "Wir beraten und integrieren, aber wir betreiben keine Public Cloud und auch keine eigenen Spezialinfrastrukturdienste."
Reiner Louis Computacenter: "Wir beraten und integrieren, aber wir betreiben keine Public Cloud und auch keine eigenen Spezialinfrastrukturdienste."
Foto: Computacenter

CW: Cloud Computing schafft eine direkte Kundenbeziehung zwischen Hersteller und Kunde? Welche Rolle kann dazwischen noch das Systemhaus spielen?

Louis: Cloud Computing wird definitiv den Markt und die Rolle der Systemhäuser verändern. Man muss aber nach Kundensegmenten unterscheiden. Im Geschäft mit Großkunden und dem gehobenen Mittelstand werden Leistungen differenzierter betrachtet.

Nehmen Sie das Bespiel Office 365 von Microsoft. Damit Großkunden solche Cloud-Leistungen nutzen und integrieren können, brauchen sie einen Aggregator, der diese Aufgaben übernehmen kann, und der nicht nur die Microsoft-Welt kennt, sondern auch die Angebote von Google, Amazon und der sonstigen Anbieter.

Hinzu kommt das Thema der Private Cloud. Auch die muss jemand für die Unternehmen umsetzen - konzipieren, aufbauen und vielleicht auch betreiben - und auf Wunsch mit Public-Cloud-Angeboten verweben. Die Anforderungen großer Kunden gehen über die Leistungen der Standardprodukte hinaus.

Partnerbeziehungen überdenken

CW: Dennoch steigt das Interesse auch in großen Unternehmen an Public-Cloud-Lösungen. Das hat Auswirkungen auf Ihr Geschäft.

Louis: Cloud Computing verändert natürlich die Partnerbeziehungen, und zwar - aus unserer Sicht - in zwei Richtungen: Zum Kunden, weil er eine neutrale Instanz für die Beratung sucht. Hier ergeben sich Räume für uns, die unsere Position sogar noch verbessern, etwa in der Systemintegration.

Zudem wird sich die Beziehung zum Partner ändern. Das beginnt schon mit der Frage, wer unsere Partner künftig sind: Sind es IBM, HP, Microsoft, Oracle und SAP oder auch Amazon und Google?

Sicher ist, dass das Beziehungsgeflecht deutlich intensiver betreut werden muss, als bisher. In dieser Rolle fühlen wir uns wohl, die wollen wir ausfüllen und das können wir auch.

CW: Wie schlägt sich das konkret auf das Geschäftsmodell nieder? Ist Computacenter künftig Full-Service-Provider für Cloud-Angebote?

Louis: In der Tat, wenn Sie das gesamte Offering rund um Public-Cloud-Dienste ausklammern.

CW: Wieso? Wenn Kunden das nachfragen, können Sie es denen nicht verweigern.

Louis: Nein, aber Computacenter wird selbst keine Public-Cloud-Services zur Verfügung stellen. Wir beraten und integrieren, aber wir betreiben keine Public Cloud und auch keine eigenen Spezialinfrastrukturdienste.

Berührungspunkte zu diesen Diensten haben wir in unserer Rolle als Aggregator, in der wir Cloud- und Infrastrukturleistungen von großen Playern zusammenführen und großen Kunden zur Verfügung stellen. Dazu brauchen wie Expertenwissen, wie Kunden eine Cloud-Lösung von Microsoft nutzen, wie sie eine SAP-Infrastruktur Cloud-fähig machen können oder ob sie Amazon Web Services sinnvoll einzusetzen können.

Darüber hinaus bieten wir Private-Cloud-Modelle an und entwickeln sie ständig weiter. Dafür haben wir in den vergangenen zwei Jahren das Geschäftsmodell und die notwendigen Tool-Infrastrukturen entwickelt.

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Wer ist das beste Systemhaus?

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Zusammen mit der Schwesterpublikation "Channelpartner" sucht die COMPUTERWOCHE wie jedes Jahr auch 2014 wieder die besten Systemhäuser Deutschlands. Dazu können Kunden der Systemhäuser ihre Partner in insgesamt acht Kategorien wie beispielsweise Server, Mobility und Infrastruktur bewerten. Um die Kundenfreundlichkeit der Systemhäuser zu beurteilen, können Anwender ihre Partner unter mehreren Aspekten bewerten:

• Wie gut wurde im Vorfeld des Projekts beraten?

• Wie beurteilen Sie Projekt-Management, Kommunikation und Reaktionszeiten?

• Wie kompetent waren die Mitarbeiter des Systemhauses?

• Wurden die Termine eingehalten?

• War das Preis-Leistungs-Verhältnis angemessen?

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Die Sieger werden im August auf dem Systemhauskongress Chancen 2015 gekürt. Im vergangenen Jahr konnten sich Dualutions, IT-Haus und Allgeier gegen starke Konkurrenz behaupten (siehe Die besten Systemhäuser 2013 ). Helfen Sie uns dabei, für Transparenz im Markt zu sorgen! Nehmen Sie sich einige Minuten Zeit für unseren Fragebogen!

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