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Wipro will in Deutschland zukaufen

21.06.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der indischer Offshore-Dienstleister Wipro Technology hat nach Aussagen von P. R. Chandrasekar, CEO für das europäische Geschäft, seine Suche nach potenziellen Übernahmekandidaten wieder aufgenommen. Diese war zwischenzeitlich auf Eis gelegt worden, nachdem Wipro zunächst der Integration einer Reihe von Akquisitionen in den USA und Indien Priorität eingeräumt hatte.

Statt einer paneuropäischen Übernahme für Skaleneffekte will sich Wipro aber bevorzugt auf Länderebene durch kleinere Nischenplayer mit hoch spezialisierter Mannschaft verstärken. "Priorität hat Deutschland", erklärte Chandrasekar gegenüber "Computerwire". "Wir müssen den lokalen Charakter unserer Belegschaft erhöhen."

Derzeit arbeiten rund 6000 von Wipros Experten auf europäischen Projekten, davon 4000 von Indien aus und 2000 in Europa, zumeist vor Ort. Von diesen 2000 sind die meisten aus Indien "importiert". In Europa müsse Wipro neue Mitarbeiter für wichtige Aufgaben rekrutieren, so Chandrasekar weiter. "Wir brauchen Leute an der Schnittstelle zum Kunden, Leute mit Beratungs- und Program-Management-Erfahrung, Einheimische mit SAP-Erfahrung und technische Architekten, die Lösungen bauen können anstelle von Armeen von Programmierern."

Wipro plant außerdem ein Entwicklungszentrum in Osteuropa. Nachdem ursprünglich Budapest als Standort ausgewählt worden war, zieht das Unternehmen nach Ratschlägen von Kunden mittlerweile auch eine Niederlassung in Rumänien, Russland oder der Ukraine in Betracht. Mit 30 Prozent Anteil am Gesamtumsatz ist Wipro auf dem alten Kontinent (vor allem in Großbritannien) stärker vertreten als seine Wettbewerber. Auf seiner Kundenliste stehen unter anderem Aviva, Prudential, Thames Water, Skandia, Loyalty Gate, Exel, TUI, Shell sowie Akzo Nobel. (tc)