Deutschland-Initiative

Wipro sucht 1000 neue Mitarbeiter

Joachim Hackmann ist Principal Consultant bei Pierre Audin Consulting (PAC) in München. Vorher war er viele Jahre lang als leitender Redakteur und Chefreporter bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Der indische IT-Provider Wipro will seine Kapazitäten in Deutschland erheblich ausweiten. Innerhalb der nächsten drei Jahre will der Anbieter 1000 neue Mitarbeiter einstellen.

Bereits seit zehn Jahren ist Wipro in Deutschland präsent, doch an Sichtbarkeit mangelt es häufig noch. Das Unternehmen zählt neben Tata Consultancy Services (TCS) und Infosys zu den drei großen, international aufgestellten indischen Service-Providern. Den Großteil der Einnahmen erzielen die indischen Anbieter traditionell in englischsprachigen Märkten USA und Großbritannien.

Von 500 auf 1500 Mitarbeiter in drei Jahren

Doch nun investiert Wipro erheblich in den Ausbau des Deutschland-Geschäfts. Innerhalb von drei Jahren will die hiesige Dependance 1000 Mitarbeiter einstellen. Das gab das Unternehmen heute in einer Pressemitteilung bekannt. Während die indische Zentrale große Erfahrung beim Suchen, Verpflichten und Einarbeiten (Onboarding) haben dürfte, wird die Aufgabe für die lokale Niederlassung zur enormen Herausforderung. Zurzeit bedient der IT-Dienstleister rund 30 deutsche Unternehmen mit 500 Mitarbeitern. Zu den Kunden zählen Konzerne aus der Automobil-, Banken- und Energieversorgungsbranche. Künftig will sich Wipro mehr auf die Kundenakquise im gehobenen Mittelstand konzentrieren und damit die Zahl der möglichen Kunden erheblich ausweiten.

Der IT-Dienstleister unterhält zurzeit deutsche Entwicklungszentren und Niederlassungen in München, Meerbusch und Nürnberg sowie Verkaufsbüros in Frankfurt am Main und Köln. Das Data-Center in Meerbusch versorgt Wipros europäischen Kunden mit IT-Infrastrukturleistungen und Cloud-Diensten. Es soll zügig ausgebaut werden, um den wachsenden Bedarf an Nearshore-Diensten deutscher Kunden zu bewältigen.

"1000 Mitarbeiter entsprechen in etwa einem lokalen Umsatzvolumen 100 Millionen bis 120 Millionen Euro. Das ist ein durchaus realistisches Ziel für einen Offshore-Provider in Deutschland “, sagt Peter Schumacher, President und CEO des Management BeratungshausesValue Leadership Group Inc. „Die Ankündigung macht deutlich, dass der deutsche Markt ins Visier der offshore-basierenden Firmen rückt. Die Krise in Europa ist für sie ein großer Vorteil.“ Erwartungshaltung und Ergebnisdruck auf die Firmen seien enorm, ihre Ziele verfolgten die Offshorer daher mit einem für viele deutsche Firmen nicht vorstellbarem Ehrgeiz.

Wipro-CEO TK Kurien im CW-Interview (Januar 2013): Auch Akquisitionen in Deutschland sind denkbar.
Wipro-CEO TK Kurien im CW-Interview (Januar 2013): Auch Akquisitionen in Deutschland sind denkbar.

In einem Interview mit der COMPUTERWOCHE hatte Wipro-CEO TK Kurien bereits im vergangenen Januar 2013 angekündigt, die deutsche Dependance auszubauen. Er hatte damals den Aufbau eines Competence-Centers für die Fertigungsindustrie angekündigt.

Hier geht es zum Interview mit TK Kurien: "Innovationen entstehen heute am Frontend".