Windows Vista: Networking soll keine Hexerei sein

Eric Tierling, Master in Information Systems Security Management (Professional), blickt auf über 25 Jahre Erfahrung im IT-Bereich zurück. Neben Hunderten an Fachbeiträgen hat er über 50 Bücher veröffentlicht. Er ist Spezialist für Themen rund um die Informationssicherheit sowie einer der bekanntesten Experten Deutschland für Windows Server und Microsoft-basierte Infrastrukturen.
Aus dem persönlichen ist längst ein vernetzter Computer geworden. Vista reagiert darauf mit zahlreichen zumeist kleinen Verbesserungen für das Networking.

Die wohl auffälligste Netzwerk-Neuerung bei Windows Vista ist das Netzwerk- und Freigabecenter. Während bei Windows XP netzwerkrelevante Aufgaben und Einstellmöglichkeiten über viele Stellen verstreut sind, hält Windows Vista hierfür diese einheitliche Schaltzentrale bereit.

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was das neue Netzwerk- und Freigabecenter bringt;

was Windows Vista für Funknetze zu bieten hat;

welche Sicherheitsfunktionen die Netzwerkkommunikation absichern;

wo sich weniger bekannte und trotzdem nützliche Netzwerkfunktionen finden.

Sie zeigt unter anderem den aktuellen Verbindungsstatus zum Internet, die Art des Netzwerks sowie Informationen zur Freigabe von Ordner und Druckern übersichtlich an. Insbesondere unerfahrene Anwender dürften nun leichter mit den jeweiligen Funktionen zurechtkommen, wenn es etwa darum geht, mit dem Notebook unterwegs im Hotel oder von zu Hause aus zu arbeiten. Besteht beispielsweise keine Verbindung zum Internet, ist dies nun direkt erkennbar, ohne hierfür den Umweg über die Netzwerkverbindungen gehen oder den "ipconfig"-Befehl eingeben zu müssen.

"Windows Teamarbeit" unterstützt auch die Kommunikation über ein abgesichertes Ad-hoc-Funknetzwerk.
"Windows Teamarbeit" unterstützt auch die Kommunikation über ein abgesichertes Ad-hoc-Funknetzwerk.

Bei Kommunikationsschwierigkeiten sowie der Fehlersuche bei Verbindungsproblemen versucht die Gesamt- bzw. Netzwerkübersicht bei deren Behebung zu helfen. Ihre Aufgabe ist es, die im Netzwerk vorhandenen Geräte (einschließlich anderer PCs, Ethernet-Switches und Internet-Gateways) zu erkennen und in einer Topologie-Übersicht darzustellen. Außerdem lässt sich ein Computer von der Netzwerkübersicht aus öffnen, um seine frei gegebenen Ordner und Drucker anzuzeigen und auf diese bequem zuzugreifen. Somit stellt die Gesamtübersicht des Netzwerk- und Freigabecenters eine sinnvolle Weiterentwicklung der bisherigen Netzwerkumgebung dar.

Allerdings hat die Netzwerkübersicht von Windows Vista ihre Grenzen. In unserem Test ließen sich nur solche PCs anzeigen, die sich in derselben Arbeitsgruppe befanden (was aber eher für Heimanwender als für Firmenumgebungen relevant ist, wo der Computer in der Regel einer Active Directory-Domäne angehört). Zudem werden nur solche PCs in der Topologie angezeigt, die mit Windows Vista arbeiten. Der Grund dafür ist simpel: Zur Gerätermittlung benutzt die Netzwerkübersicht das neue Protokoll Link Layer Topology Discovery (LLTD). Windows XP-Clients, auf denen die dementsprechende LLTD-Zusatzsoftware noch nicht installiert ist, erkennt die Netzwerkübersicht von Windows Vista zwar, kann sie aber nicht korrekt in der Gesamtstruktur platzieren. Die Netzwerkübersicht lässt sich außerdem weder zur Weiterarbeitung speichern noch zu Dokumentationszwecken ausdrucken.