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Windows Server 2012 - Lizenzen und Editionen

02.04.2013 | von 
Thomas Joos ist freiberuflicher IT-Consultant und seit 20 Jahren in der IT tätig. Er schreibt praxisnahe Fachbücher und veröffentlicht in zahlreichen IT-Publikationen wie TecChannel.de und PC Welt. Das Blog von Thomas Joos finden Sie unter thomasjoos.wordpress.com.
Mit den neuen 2012er-Serverprodukten ändert Microsoft auch die Lizenzierung. Das gilt für Windows Server 2012 und auch für System Center 2012 sowie SQL Server 2012. Wer diese Produkte im Netzwerk einsetzt, muss bei der Lizenzierung einiges beachten. Wir haben die Neuerungen für Sie zusammengefasst.

Bereits bei den Editionen ändert sich mit den 2012 erscheinenden Produkten einiges. So gibt es in Windows Server 2012 keine Enterprise-Edition mehr und vom SQL Server 2012 keine Datacenter-Edition. Produkte aus dem System Center lassen sich nicht mehr einzeln lizenzieren, und bei einer Ultimate-Edition für Windows 8 ist ebenfalls Fehlanzeige, ebenso wie bei einer Home-Edition.

Unternehmen, die auf Windows Server 2012 setzen, können aus vier verschiedenen Editionen auswählen. Künftig sind die Editionen Standard, Datacenter, Essentials und Foundation erhältlich. Eine Enterprise-Edition gibt es mit Windows Server 2012 nicht mehr. Die zweite wichtige Neuerung betrifft die Standard-Edition von Windows Server 2012. Diese verfügt in Windows Server 2012 über die gleichen Funktionen wie die Datacenter-Edition.

Die beiden Editionen unterscheiden sich lediglich in puncto Lizenzierung. Mit der Standard-Edition dürfen Sie auf einem Server zwei virtuelle Server betreiben, bei der Datacenter-Edition unbegrenzt viele. Allerdings müssen Sie für jeweils zwei Prozessoren eine eigene Lizenz kaufen. Lizenzen in Windows Server 2012 decken immer nur zwei Prozessoren ab. Setzen Sie in einem Server vier Prozessoren ein, benötigen Sie auch zwei Lizenzen, egal von welcher Edition. Bei der Lizenzierung sind die physischen Prozessoren des Host-Systems berücksichtigen sowie die Anzahl der virtuellen Server auf dem Host.

Wer auf den neuen Server wechseln will, muss dies ebenso bei den Client-Zugriffs-Lizenzen (CALs) beachten. Benutzer dürfen mit CALs für Windows Server 2008 R2 nicht auf Windows Server 2012 zugreifen, sondern benötigen eigene CALs für den neuen Server. Das gilt ebenso für den Zugriff auf Remotedesktop-Server. Auch hier sind spezielle Lizenzen notwendig (RD-CALs).

Für kleine Unternehmen bietet Microsoft Windows Server 2012 Essentials. Das ist der Nachfolger von SBS 2011 Standard/Essentials, nur ohne Exchange und SQl-Server. Der Server erlaubt die Anbindung von maximal 25 Benutzern mit 50 PCs und bietet eine eigene Verwaltungsoberfläche, Dashboard genannt.

Windows Server 2012 Foundation ist die zweite Edition für kleine Unternehmen. Diese ist nicht im Handel erhältlich, sondern an Hardware gekoppelt. Die Edition benötigt keine Client-Zugriffs-Lizenzen, erlaubt aber auch nur die Anbindung von maximal 15 Benutzern.

Bevor Unternehmen also Windows Server 2012 einsetzen, sollten sie sich umfangreich mit der Lizenzierung beschäftigen. Microsoft geht auf die verschiedenen Möglichkeiten auf einer eigenen Lizenzierungs-Webseite ein.