Benchmark-Vergleich

Windows Server 2003 versus 2008 und 2008 R2

Christian Vilsbeck war viele Jahre lang als Senior Editor bei TecChannel tätig. Der Dipl.-Ing. (FH) der Elektrotechnik, Fachrichtung Mikroelektronik, blickt auf langjährige Erfahrungen im Umgang mit Mikroprozessoren zurück.
Windows Server 2008 R2 soll laut Microsoft weniger Strom verbrauchen als die anderen hauseigenen Produkte Windows Server 2003 R2 und 2008 SP2. Wir haben geprüft, ob dem wirklich so ist.
Windows Server 2003, 2008 SP2 und 2008 R2 im Benchmark-Test.
Windows Server 2003, 2008 SP2 und 2008 R2 im Benchmark-Test.
Foto: HP/Microsoft

System-Administratoren handeln überwiegend nach dem Motto "Never change a running system". Nur in zwingenden Fällen aktualisieren sie das Betriebssystem des Servers. Wenn die Servermaschine über Jahre einwandfrei unter Windows Server 2003 funktioniert, warum zum gegenwärtigen Windows Server 2008 R2 wechseln? Die Verantwortlichen übergehen dann in der Regel das aktuelle OS. Beliebt ist auch, auf moderne Hardware ein vollständiges und erprobtes Image zu migrieren. Aber Microsoft ist logischerweise daran gelegen, die Verkaufszahlen seines aktuellen Betriebssystems zu steigern. Ein Verkaufsargument ist, dass Microsoft seine Anwendungen Exchange Server 2010 und SQL Server 2008 R2 an das aktuelle Betriebssystem angepasst hat.

Aktuelle Betriebssysteme besitzen selbstverständlich modifizierte und neue Netzwerk-, Remote- und Verwaltungs-Features, doch IT-Verantwortliche verzichten gerne auf diese Merkmale. Die Sache sieht anders aus, wenn die aktuelle Version weniger Kosten im Rechenzentrum verspricht.

Das Thema Green IT beschäftigt Administratoren immer mehr, vor allem die Energiekosten stehen im Mittelpunkt. Im klassischen Alltagsbetrieb gibt es Einsparpotenzial, da Server kaum unter Volllast arbeiten. Dies ist sogar der Fall, wenn die Systeme virtualisiert sind. Gewöhnlich sind die CPUs zwischen fünf bis 15 Prozent ausgelastet. Dies hat Microsoft erkannt und garantiert, dass die Energiekosten bei Windows Server 2008 R2 geringer ausfallen als bei der 2003er Version.

Ein modernes Prozessor-Powermanagement mit Core Parking verteilt laufende Prozesse auf so wenige CPU-Kerne wie möglich und schaltet untätige Prozessoren ab. Das verringert den Stromverbrauch. Benötigt das System mehr Leistung, mobilisiert es die passiven CPUs und kompensiert Lastspitzen.

Zusätzlich fördert die Funktion Timer Tick Distribution die Deeper C-State C3 der Prozessoren. Konkret heißt das: Timer-Interrupts werden nur aktiven CPU-Kernen zugewiesen, um passive Prozessoren länger im C3-Mode zu halten. Die untätigen Prozessoren verharren so länger im Strom sparenden Modus. Außerdem will Microsoft nach eigenen Informationen die Anzahl der gerade ausgeführten Hintergrundprozesse verringert haben.

Die Kollegen von TecChannel haben in ihrem Testlabor auf einem 2-Sockel-Rackserver mit Xeon-X5680-Prozessor die Energieeffizienz und Performance von Windows Server 2008 R2 mit den Vorläufern Windows Server 2008 SP2 und Windows Server 2003 R2 gegenübergestellt.