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Windows-Safari bringt mehr Farbe ins Web

20.06.2007
Safari 3 ist nur nach Benchmarks der schnellste Browser für Windows. Und er ist auch noch reichlich Beta-buggy. Dafür unterstützt er ICC-Farbprofile - das kann (noch) kein anderer Windows-Browser.

Die meisten aktuellen Browser, vor allem der dominierende Internet Explorer von Microsoft und Mozillas Firefox, beschränken sich derzeit auf den von Hewlett-Packard (HP) und Microsoft entwickelten sRGB-Farbraum. Für diesen sind auch die meisten im Web zu findenden Fotos kodiert. Allerdings gibt es bereits eine Reihe von Alternativen, etwa Adobe RGB, das europäische ECI-RGB oder Microsofts neueres scRGB, die alle mehr Farben darstellen können - interessant zum Beispiel für professionelle Fotografen, die ihre Bilder online anbieten und naturgemäß eine optimale Darstellung wünschen.

IE, Firefox und auch Opera können diese Alternativen aber nicht anzeigen. Und schlimmer noch: Fotos in Adobe RGB zum Beispiel werden im Web oft schlechter gezeigt als sRGB-Bilder, weil die gängigen Browser Adobe RGB fälschlich als sRGB interpretieren und damit einiger seiner Farbnuancen berauben.

Die ICC-Testseite beweist: Safari für Windows kann Farbprofile. Probieren Sie das mal mit Ihrem Browser...
Die ICC-Testseite beweist: Safari für Windows kann Farbprofile. Probieren Sie das mal mit Ihrem Browser...

Die Windows-Beta von Safari hingegen berücksichtig unterschiedliche Farbprofile, wie sie vom International Color Consortium (ICC) festgelegt werden. Der Apple-Browser prüft, ob ein Bild mit einem solchen ICC-Profil versehen ist und zeigt es gegebenenfalls entsprechend an.

Die Entwickler von Mozilla möchten in der nächsten größeren Version 3 von Firefox ebenfalls Farbprofile unterstützen. Allerdings ist noch nicht klar, ob das noch in den Entwicklungszeitplan von "Gran Paradiso" passt.

Microsoft setzt auf scRGB, das 16 oder sogar 32 Bit Farbtiefe pro Bildpunkt erlaubt und ferner auch Nachkommastellen bei den Farbwerten gestattet. Außerdem hat der Redmonder Konzern mit "HD Photo" (vormals Windows Media Photo) ein neues Format für digitale Bilder entwickelt, mit dem er gern das omnipräsente JPEG ablösen würde. Bis dahin ist es allerdings noch ein weiter Weg. Bislang unterstützt auch nur Windows Vista dieses scRGB-Dateiformat.

Ob und wann Microsoft auch im Internet Explorer andere Farbräume als sRGB unterstützen will, ist nicht bekannt. Bevor das nicht der Fall ist, dürfte sich eine Erweiterung der Farbvielfalt im Web leider nicht auf breiter Front durchsetzen, selbst wenn Apple jetzt bereits mit gutem Beispiel vorangegangen ist. (tc)