An Amazon

Windows-Phone-Team verliert wichtigen Fürsprecher

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Brandon Watson, als Head of Developer Experience for Windows Phone wichtigste Schnittstelle zur App-Entwicklergemeinde wechselt zu Amazon. Ein böses Omen oder nur eine weitere Personalie?
Wegen Brandon Watson wechselten nicht nur viele WebOS-Entwickler, sondern auch Dilbert-Zeichner Scott Adams auf Windows Phone.
Wegen Brandon Watson wechselten nicht nur viele WebOS-Entwickler, sondern auch Dilbert-Zeichner Scott Adams auf Windows Phone.
Foto: Brandon Watson

Vordergründig gibt sich Microsoft trotz schwacher Absatzzahlen in puncto Windows Phone eigentlich sehr gelassen. Doch hinter den Kulissen? Diese Frage muss man sich nicht zuletzt nach dem jüngsten prominenten Abgang im Windows-Phone-Team stellen. Brandon Watson, bislang bekannt als einer der eifrigsten WP-Verfechter und Werber für die Plattform, wurde nun selbst abgeworben und zwar von Amazon. Dort soll er als Leiter des Kindle Cross Platform Team die Entwicklung von Kindle-Apps für verschiedene Plattformen, darunter auch Windows Phone und Windows 8, vorantreiben.

In den vergangenen Monaten hatten bereits mehrere Manager das Windows-Phone-Team verlassen, allerdings intern. Mitte Dezember 2011 war Matt Bencke, General Manager for Developer and Marketplace, zur Xbox-Live-Gruppe gewechselt. Kurz davor wurde Windows Phone President Andy Lees durch Terry Myerson ersetzt und erhielt einen neuen Posten, wo er direkt an CEO Steve Ballmer berichtet.

In direktem Zusammenhang mit den beiden letzten Personalien, möglicherweise aber auch mit dem Weggang von Watson, steht vermutlich die mit Windows Phone 8 (Codename Apollo) geplante Annäherung an Windows 8. So soll Windows Phone 8 das gleiche Kernel (anstatt Windows CE) wie sein Desktop- und Tablet-Pendant erhalten. Wie aus einem kurz darauf veröffentlichten Video hervorgeht, werden sich die beiden Plattformen zahlreiche Komponenten teilen, wodurch App-Entwickler einen Großteil des Codes bei der Portierung wiederverwerten könnten. Dazu zählt neben dem gleichen Kernel Unterstützung von Multi-Core-Prozessoren, Sensor Fusion, das Sicherheitsmodell, Netzwerk-, Video- und Grafikfunktionen. Windows Phone 8 soll auch das App-Modell von Windows 8 übernehmen, Anwendungen laufen demnach getrennt voneinander in einer Sandbox, können aber untereinander kommunizieren.