US-Smartphone-Markt

Windows Mobile ist nicht totzukriegen

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Die jüngste Untersuchung von Nielsen zum US-Smartphone-Markt dokumentiert nicht nur den Erfolg von iPhone 4 S und Android, sondern auch Microsofts Probleme mit seinem neuen Mobile-Betriebssystem.
Kam gerade noch rechzeitig auf den Markt: Apple iPhone 4S
Kam gerade noch rechzeitig auf den Markt: Apple iPhone 4S
Foto: Apple

Wie die Verbraucherstudie belegt, war es höchste Zeit, als Apple im Herbst 2011 das neue iPhone 4S auf den Markt brachte. So hätten im Oktober nur noch 25 Prozent der Smartphone-Käufer zu einem iPhone gegriffen, während sich 62 Prozent - teilweise als Ersatz - für ein Android-Device entschieden. Mit der Verfügbarkeit des aktuellen Modells kletterte dann iOS-Anteil bis Dezember auf 44,5 Prozent, also nur knapp weniger als Android (46,9 Prozent).

Insgesamt griffen im vierten Quartal 2011 laut Berechnungen von Nielsen mehr als 51 Prozent der US-Käufer zu einem Smartphone mit Google-Betriebssystem, während iOS 37 Prozent Marktanteil verzeichnete. Blackberrys rangierten wenig überraschend mit sechs Prozent auf Platz drei, laut Nielsen griffen im Dezember sogar nur noch 4,5 Prozent der Neukäufer zu einem Blackberry.

Microsoft landete mit seinem mobilen Betriebssystem auf Platz vier - die 2,4 Prozent der Smartphone-Käufer bevorzugen dabei allerdings das längst abgesetzte Windows Mobile (Keine Ahnung, wo es die die Geräte noch zu kaufen gibt), während die neue Plattform Windows Phone 1,4 Prozent Marktanteil erzielte. Schlechter schnitten lediglich die totgesagten, beziehungsweise bereits abgeschriebenen Betriebssysteme Symbian und Palm/WebOS mit 0,8 beziehungsweise 0,5 Prozent ab.

Die Sorgen um die Zukunft von Windows Phone und die Zweifel an allzu positive Wachstumsprognosen - etwa von Gartner - sind demnach nicht ganz unbegründet. Fairerweise muss man allerdings erwähnen, dass das Betriebssystem bei den meisten Amerikanern noch gar nicht ins Bewusstsein gerückt ist - hier versucht Microsoft gerade über große Partnerschaften und Werbekampagnen Abhilfe zu schaffen.

Der Druck auf Microsoft dürfte auf jeden Fall steigen, da sich Smartphones weiterhin auf dem aufsteigenden Ast befinden - laut Nielsen entschieden sich in Q4 2011 satte 60 Prozent der Handy-Käufer in den USA für ein Smartphone, insgesamt haben nun schon knapp die Hälfte aller US-Amerikaner (46 Prozent) einen dieser Minirechner mit Telefoniefunktion.