Microsoft-CEO Steve Ballmer

Windows Mobile bleibt kostenpflichtig

Manfred Bremmer beschäftigt sich mit (fast) allem, was in die Bereiche Mobile Computing und Communications hineinfällt. Bevorzugt nimmt er dabei mobile Lösungen, Betriebssysteme, Apps und Endgeräte unter die Lupe und überprüft sie auf ihre Business-Tauglichkeit. Bremmer interessiert sich für Gadgets aller Art und testet diese auch.
Trotz der wachsenden Konkurrenz durch Kostenlos-Angebote wie Mobile Linux, Google Android und - in Zukunft - Nokias Symbian OS will Microsoft an Lizenzgebühren für sein mobiles Betriebssystem festhalten.

"Wir bleiben bei Lizenzgebühren, da wir an den Wert unserer Arbeit glauben", erklärte Konzernchef Steve Ballmer gegenüber US-Medien. Gerätehersteller seien skeptisch gegenüber Nokia, Carrier wiederum misstrauten Google, so seine Erklärung. Man müsse sich überlegen, warum Google oder Nokia eine Menge Geld investierten und sich Mühe gäben, wenn sie damit kein Geld verdienten. Bei Microsoft läge dagegen alles klar auf der Hand, sagte Ballmer: "Indem wir Geld für Windows Mobile verlangen, wissen die Leute genau, wo unsere Motivationen liegen."

In einer Phase, wo Marktneuling Google seine Android-Plattform kostenlos weg gibt und Branchenprimus Nokia die restlichen Anteile von Symbian übernimmt und das Betriebssystem frei verfügbar machen will, ist Microsoft mit geschätzten acht bis 15 Dollar (Strategy Analytics) je Windows-Mobile-Lizenz überraschend konsequent. Dabei gefährdet der Softwareriese sogar seine ohnehin schon sehr ehrgeizigen Wachstumsziele im Smartphone-Markt - bis 2012 sind 40 Prozent Marktanteil im Visier. Gartner zufolge wies Windows Mobile zuletzt zwölf Prozent Marktanteil auf. Das mobile Betriebssystem lag damit deutlich hinter Marktführer Symbian OS (57,1 Prozent) auf Platz Drei - hinter dem Blackberry-Betriebssystem von Research in Motion (17,4 Prozent).