Palm bleibt Spitzenreiter in Europa

Windows-Fraktion gewinnt Anteile im Handheld-Markt

18.05.2001
MÜNCHEN (CW) - Obwohl Palm im ersten Quartal dieses Jahres 61 Prozent mehr Handheld-Rechner in Europa absetzen konnte als im selben Vorjahreszeitraum, sank der Marktanteil des Herstellers von 52,1 auf 41,3 Prozent. Gewinner sind laut einer Untersuchung des britischen Marktforschungsinstitutes Canalys die Vertreter der Windows-Fraktion.

Die Handheld-Hersteller verkauften in den ersten drei Monaten des laufenden Jahres 840500 Geräte in Europa. Das bedeutet eine Steigerung um 104 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Mit einem Absatz von 347000 Minirechnern erreichte Palm einen Marktanteil von 41,3 Prozent und ist damit die Nummer eins in Europa. Der Vorsprung des kalifornischen Personal-Digital-Assistant- (PDA-)Pioniers schrumpft jedoch. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres konnte sich Palm noch einen Marktanteil von 52,1 Prozent sichern.

Auch Handspring als zweiter Vertreter der Palm-OS-Fraktion vermeldet für das erste Quartal ein Erfolgsergebnis. Der im kalifornischen Mountain View ansässige Hersteller verkaufte in diesen drei Monaten über 60000 Geräte auf dem europäischen Markt. Im Vorjahresquartal war der Palm-Konkurrent in der europäischen Handheld-Rangliste noch gar nicht aufgetaucht.

Das stärkste Wachstum verzeichnet jedoch Compaq. Verkauften die Texaner vor einem Jahr gerade einmal 9000 Westentaschenrechner, waren es im ersten Quartal 2001 bereits mehr als 100000 Geräte. Damit erreichte der Hersteller aus Houston, der auf das Microsoft-Betriebssystem "Pocket PC" setzt, eine Wachstumsrate von 1018 Prozent und mit einem Marktanteil von 11,9 Prozent den zweiten Platz im europäischen Ranking.

Auch die anderen Vertreter der Windows-Fraktion im Handheld-Markt legten deutlich zu. Casio als Drittplatzierter in der europäischen Rangliste steigerte seine Absatzzahlen um 172 Prozent auf fast 80000 Geräte und schaffte einen Marktanteil von 9,5 Prozent. Hewlett-Packard auf Platz sieben verkaufte 34200 Handhelds und verdoppelte damit seinen Absatz im Vergleich zum Vorjahresquartal.

Verlierer im europäischen Handheld-Markt ist Psion. Der Hersteller musste einen Rückgang seiner Absatzzahlen um fünf Prozent hinnehmen. Der Marktanteil schrumpfte von 19,1 auf 8,9 Prozent. Damit reichte es für die Briten nur noch für Platz fünf des Handheld-Rankings. Vor Jahresfrist stand Psion noch mit einem deutlichen Vorsprung auf Platz zwei.

Die Probleme bei Psion ziehen sinkende Marktanteile für die gesamte Epoc-Fraktion nach sich. Das von der Symbian-Allianz, der neben Psion auch Nokia, Motorola, Ericsson und Matsushita angehören, entwickelte Betriebssystem erreichte laut Canalys einen Marktanteil von 13,5 Prozent, und fiel damit deutlich hinter das Microsoft-System Pocket PC zurück, das 19,6 Prozent erreichte. Unangefochtener Marktführer in puncto Betriebssystem bleibt allerdings Palm OS mit einem Anteil von 50,7 Prozent.

Solide Wachstumsraten verbuchten die Hersteller von Smartphones. Diese Geräteklasse, die sich durch die Kombination von Handy- und Handheld-Funktionen auszeichnet, ist in erster Linie durch Hersteller von Mobiltelefonen vertreten. Nokia steigerte die Verkaufszahlen seiner "Communicator"-Geräte um 58 Prozent. Damit erreichten die Finnen einen Anteil von 9,3 Prozent am Handheld-Markt und platzierten sich an vierter Stelle, einen Rang vor Psion. Ericsson, das mit dem Modell "R380" erst seit kurzem ein Smartphone anbietet, setzte fast 39000 Geräte ab. Das bedeutet einen Marktanteil von 4,6 Prozent für das schwedische Unternehmen.

Japanischer PDA-MarktIn Japan rechnen Industrievertreter für das Jahr 2005 mit einem Absatz von 27 Millionen Handheld-Rechnern. Das sind 40-mal mehr Geräte, als letztes Jahr im Land der aufgehenden Sonne verkauft wurden. Der Umsatz wird dann laut der Vorhersage der Auguren etwa 6,7 Milliarden Dollar betragen. Mehr als drei Viertel aller Handhelds werden in vier Jahren zusätzlich mit Handy-Funktionen ausgestattet sein.

Abb: Europäischer Handheld-Markt

840500 Handheld-Rechner gingen laut Canalys im ersten Quartal 2001 über die europäischen Ladentische. Das bedeutet eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um 104 Prozent. Quelle: Canalys