Deployment und Desktop-Management

Windows-8-Clients ausrollen und zentral verwalten

01.05.2013 | von Wolfgang Sommergut (Autor) 
Wolfgang Sommergut ist Betreiber der Online-Publikation WindowsPro.
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Die Herausforderungen, die Windows 8 für IT-Abteilungen bereithält, entspringen vor allem der Mobilität und der Heterogenität der Clients sowie dem geänderten Management.
Microsoft verschiebt den Fokus von der Verwaltung der Geräte zu einem User-zentrischen Modell.
Microsoft verschiebt den Fokus von der Verwaltung der Geräte zu einem User-zentrischen Modell.
Foto: fotolia.com/javiergallo116

Das auffälligste Merkmal von Windows 8 besteht darin, dass es gleichzeitig ein Betriebssystem für Touch-gesteuerte mobile Geräte und für herkömmliche Desktop-PCs ist. Der hybride Charakter des Systems zeigt sich in zwei unterschiedlichen Benutzeroberflächen, Bedienkonzepten und Programmiermodellen.

Ein größerer Lernaufwand erwartet Benutzer und Systemverwalter, wenn sie dem neuen Gesicht von Windows 8 begegnen. IT-Professionals müssen sich außerdem mit dem Management einer neuen Art von Anwendungen anfreunden. Die Distribution von Apps im Kacheldesign (aus der Betaphase besser bekannt als Metro-Apps) folgt einer anderen Logik als jene von Win32- oder .NET-Anwendungen.

Microsoft reagierte auf die Veränderungen im Client-Computing auch mit dem System Center Configuration Manager (SCCM) 2012, seinem Flaggschiff für das PC-Management.

Der Konzern verschiebt den Fokus von der Verwaltung der Geräte zu einem User-zentrischen Modell. Der Administrator legt dort für Benutzer ein Primary Device fest und umgekehrt für jedes Gerät einen primären Benutzer. Auf Basis dieser Zuordnungen kann er beispielsweise Regeln für die Verteilung von Software definieren. So könnte er eine Anwendung auf dem primären Gerät auf herkömmliche Weise installieren, während sie auf anderen Clients etwa als Package für App-V (Microsoft Application Virtualization) zur Verfügung gestellt wird.

SCCM für das Mobile-Management

Das Microsoft Deployment Toolkit (MDT) soll Administratoren mit seiner grafischen Benutzeroberfläche beim Windows-Rollout helfen.
Das Microsoft Deployment Toolkit (MDT) soll Administratoren mit seiner grafischen Benutzeroberfläche beim Windows-Rollout helfen.

Eine weitere Anpassung des bisher ausschließlich auf Windows beschränkten SCCM-Tools besteht darin, dass es nun auch mobile Geräte mit Betriebssystemen anderer Hersteller verwalten kann. Für das Mobile-Device-Management (MDM) integrierte Microsoft das zuvor eigenständige Produkt System Center Mobile Device Manager 2008 in den SCCM 2012. Dieses unterstützte bisher nur Windows Mobile 6.x. Als Komponente des SCCM kann es nun auch Windows Phone, iPhones sowie Geräte unter Symbian und Android verwalten.

Alternative Management-Lösungen

Mit dieser Ausrichtung auf eine heterogene und mobile Client-Welt steht Microsoft keineswegs alleine da, vielmehr gehen auch andere Anbieter diesen Weg. Dies gilt auch für die heimischen Anbieter von Tools für das Client-Management wie etwa Baramundi oder Matrix 42. Beide integrieren MDM-Fähigkeiten in ihre Softwarepakete, die sich traditionell auf die Verwaltung von Windows-PCs konzentrieren. Derzeit unterstützen die MDM-Lösungen die bereits etablierten Systeme wie Android oder iOS, mit der Verbreitung von Windows RT werden alle einschlägigen Anbieter auch den Microsoft-Neuling berücksichtigen.

Microsoft bietet für das Client-Management nicht nur den Configuration Manager, der sich aufgrund seiner Komplexität eher für größere Unternehmen eignet, sondern auch einfachere Tools. In der Vergangenheit waren für Umgebungen bis 500 PCs die System Center Essentials vorgesehen. Über die Fortführung dieses Produkts gibt es bis dato keine Aussagen des Herstellers. Sie scheint aber zunehmend fragwürdig, weil die SaaS-Lösung Windows Intune allmählich diese Lücke schließt.