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Windows 8.1 ist auch gut fürs Business

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Microsoft hat auf der Entwicklerkonferenz TechEd North America in New Orleans erläutert, wie Geschäftskunden vor der Weiterentwicklung von Windows 8 profitieren sollen.
In Windows 8.1 kann man das Desktop-Hintergrundbild auch auf dem Startbildschirm verwenden.
In Windows 8.1 kann man das Desktop-Hintergrundbild auch auf dem Startbildschirm verwenden.
Foto: Microsoft

Microsoft hat erstmals offiziell bestätigt, dass Nutzer von Windows 8.1 ihren PC so konfigurieren können, dass er direkt in die Desktop-Umgebung startet. Windows 8.1, das zuvor unter dem Codenamen "Windows Blue" gehandelt wurde, bringt aber noch eine Reihe weiterer Neuerungen, die auf Business-Nutzer abzielen und insbesondere die Herausforderungen von BYOD-Umgebungen adressieren.

Dazu gehören beispielsweise die Möglichkeit, drahtlos über Wi-Fi Direct zu drucken, mobile Geräte mittels NFC mit einem Drucker zu pairen, den Bildschirm via Miracast auf einem größeren Display anzuzeigen und Windows-8.1-Rechner mit mobilem Breitband als Hotspot zu nutzen.

Administratoren können über den neuen Netzmodus "Workplace Join" Zugriff auf bestimmte Ressourcen im Firmennetz gewähren, auch ohne das ein Endgerät dazu explizit einer Windows-Domäne beitreten muss (was Windows RT auch in Version 8.1 nicht kann).

Mobile Geräte mit Windows 8.1 lassen sich ohne Installation von Agent-Software mit Tools verwalten, die die OMA-DM-Spezifikation (Open Mobile Alliance Device Management) unterstützen wie beispielsweise "MobileIron" oder "AirWatch".

IT-Abteilungen können ferner das Layout des Startbildschirms von Windows 8 kontrollieren und damit sicherstellen, dass die gewünschten Anwendungen erstens vorhanden und zweitens konsistent organisiert sind.

Nutzer werden mit Windows 8.1 in die Lage versetzt, ihre Dateien mit dem Firmen-Rechenzentrum zu synchronisieren. Der Abgleich ist so ins Dateisystem integriert, dass lokal erzeugte Files automatisch auf Firmen-Servern repliziert werden.

Auch in puncto Sicherheit bietet Windows 8.1 eine Reihe von Neuheiten. So lassen sich beispielsweise VPN-Clients (von Microsoft und Third-Party-Anbietern) automatisch aufrufen, wenn eine Ressource sie für den Zugriff benötigt. Der Code für die biometrische Authentifizierung über Fingerprint Reader wurde für moderne, kapazitative Leser optimiert, die man weniger leicht mit gefälschten Fingerabdrücken überlisten kann.

Die bereits in Windows 8 RT und Windows Phone 8 integrierte Verschlüsselung ist künftig in allen Geräten mit Windows 8.1 standardmäßig integriert; Unternehmen können in Windows 8.1 Pro und Enterprise BitLocker noch zusätzlich zuschalten. Ferner können Unternehmen Firmendaten auf Endgeräten fernlöschen (falls die Client- und Server-Anwendungen dies zulassen) und dabei die privaten Daten des Nutzers intakt lassen.

Die mit Windows 8 gelieferte Anti-Malware-Lösung "Windows Defender" wurde dahingehend erweitert, dass sie bösartige Programme mittels Kontrolle von deren Netzwerkverhalten erkennen kann. Und last, but not least überprüft der kommende Internet Explorer 11 ActiveX-Erweiterungen vor der Ausführung.

Eine Vorabversion von Windows 8.1 soll zur Entwicklerkonferenz Build am 26. Juni erscheinen. Ein Termin für die finale Version ist noch nicht konkreter bekannt als "noch in diesem Jahr".

Kein Killer-Feature

Microsoft hatte schon bei der Vorstellung von Windows 8 im Oktober vergangenen Jahres eine Reihe von Business-Eigenschaften wie Windows To Go, DirectAccess und BitLocker-Laufwerksverschlüsselung beworben - allesamt nicht unbedingt Killer-Features, um Firmen zu überzeugen, die immer noch Windows XP nutzen oder mitten im Deployment von Windows 7 stecken.

Daran dürfte Windows 8.1 auch nicht viel ändern, glaubt der Analyst Eric Gillen von IDC. "Neue Features sind witzlos, wenn Verbraucher nicht an erster Stellen das Produkt selbst nutzen wollen", sagt der Experte, der auch kein bestimmtes Killer-Feature sieht, das Microsoft zu Windows 8.1 hinzufügen könnte oder sollte, um Business-Nutzer zum Umstieg auf das neue System zu bewegen.

Interessant seien Windows 8 und dessen Nachfolger freilich für Firmen, die viele (Windows-)Tablets in ihren IT-Mix einbauten, weil das neue System eben für Tablets und Touch-Bedienung optimiert sei. Erwin Visser, Microsofts General Manager, Windows Commercial, betont aber, dass Microsoft Windows 8.1 sowohl für Touch-Geräte als auch für herkömmliche Rechner besser machen wolle.

Unter anderem verspricht Visser, dass Windows 8.1 ohne Probleme auf jedem Gerät laufen werde, das bereits Windows 8 unterstützt. Das gelte auch für Software. "Jede App, die jetzt auf Windows 8 läuft, wird auf Windows 8.1 weiterhin laufen", sagt der Microsoft-Manager.