Neuerungen und Editionen

Windows 7 für Administratoren - Teil 1

26.03.2013
Von Ulrich B. Boddenberg

Editionen und Lizenzen

Windows 7 ist, wie auch seine Vorgängerversionen, kostenpflichtig - das ist keine Überraschung.

Wenn Sie zum ersten Mal auf eine Windows 7-Preisliste schauen, werden Sie eine Vielzahl von Editionen zu unterschiedlichen Preisen finden - da ist es notwendig, einmal genauer hinzusehen.

Weiterhin möchte ich in einem der folgenden Unterabschnitte daran erinnern, dass neben der Windows 7-Lizenz auch Client-Zugriffslizenzen (CAL, Client Access License) notwendig werden.

Editionen

Von den meisten Microsoft-Produkten gibt es verschiedene Editionen, die sich im Leistungs- bzw. Feature-Umfang unterscheiden. Erwartungsgemäß ist ein weiteres wesentliches Unterscheidungsmerkmal der Preis, sodass es sich lohnt, sorgfältig zu prüfen, welcher Bedarf tatsächlich besteht.

Zu XP-Zeiten war es noch verhältnismäßig einfach, da gab es eine Edition für Unternehmen (XP Professional) und die für den engagierten Heimanwender (XP Home). Windows 7 gibt es in hingegen in sechs Editionen:

  • Starter: Diese Edition ist deutlich eingeschränkt und insbesondere für die Verwendung auf leistungsschwacher Hardware, wie beispielsweise Netbooks gedacht. Diese Version wird nur über OEMs (Gerätehersteller) erhältlich sein.

  • Home Basic: Diese Edition ist für preis-sensible Märkte gedacht, sie bietet beispielsweise keine Aero-Oberfläche und kein Media Center.

  • Home Premium: Dies ist die Edition, die sich auf den meisten Consumer-PCs finden wird. Sie beinhaltet sämtliche Multimedia-Features, ist allerdings im Unternehmensbereich nicht einsetzbar, unter anderem schon deshalb, weil kein Beitritt zu einer Domäne möglich ist.

  • Professional: Die Professional-Edition ist für die Szenarien gedacht, in denen zuvor Windows Vista Business eingesetzt wurde. Sie kann in Unternehmensnetzen genutzt werden, bietet aber keine Premium-Funktionen wie beispielsweise BitLocker, DirectAccess und BranchCache.

  • Enterprise: Die Enterprise-Edition verfügt über sämtliche Premium-Features. Diese Edition ist nur im Rahmen eines Volumenlizenzvertrags erhätlich.

  • Ultimate: Dies ist die größte Edition, alles ist drin.

In Tabelle 4.6 finden Sie einen detaillierten Vergleich der Möglichkeiten der Editionen.

Die Editionen im Vergleich

Funktion

Starter

Home Basic

Home Premium

Professional

Ultimate

Enterprise

HomeGroup- Unterstützung

x

x

x

x

x

x

Unbegrenzt viele Anwendungen

x

x

x

x

x

x

Mobilitätscenter

x

x

x

x

x

Erweiterte Netzwerkfunktionen

x

x

x

x

x

Aero Glass-Oberfläche

x

x

x

x

Windows Media Center

x

x

x

x

Multi-Touch

x

x

x

x

Verschlüsseltes Dateisystem (EFS)

x

x

x

Domänenanbindung

x

x

x

Remote Desktop

x

x

x

XP Mode

x

x

BitLocker

x

x

BitLocker To Go

x

x

AppLocker

x

x

DirectAccess

x

x

BranchCache

x

x

Unterstützung mehrerer Sprachen

x

x

Booten von virtuellem Laufwerk

x

x

Wenn Sie Windows 7 für den Unternehmenseinsatz benötigen, lichtet sich der Editionsdschungel sehr schnell. Es kommen nur zwei Varianten in Frage:

Professional: Wenn jetzt und zukünftig kein Bedarf für die Premium-Features (Bit-Locker, AppLocker, DirectAccess, BranchCache und Multilanguage-Support) besteht, wählen Sie die Professional Edition.

Enterprise/Ultimate: Wenn Sie ein oder mehrere der Premium-Features nutzen möchten, wählen Sie die Ultimate- oder Enterprise-Edition.

Wenn Sie kein Volumenlizenzkunde sind, müssen Sie sich für Ultimate entscheiden.
Wenn Sie Volumenlizenzkunde sind, dürfte die Enterprise-Edition die günstigere Wahl sein.

Es zwingt Sie niemand, auf allen PCs die gleiche Edition einzusetzen. Sie können nach Bedarf die Professional- und die Enterprise/Ultimate-Edition mischen. Ob die Ersparnis dann aber die Mehraufwände beim Management aufwiegt, darf zumindest bezweifelt werden.