Gartner-Prognose

Windows 10 wird erst 2017 den PC-Markt beleben

20.01.2016
Der PC-Markt verliert weiter massiv an Schwung, daran hat zuletzt auch Microsofts neue Software Windows 10 nichts geändert. Das könnte sich aber im kommenden Jahr ändern, schätzen Marktforscher - bessere Prozessoren und Geräte vorausgesetzt.

Das könnte sich aber im kommenden Jahr ändern, schätzen die Marktforscher von Gartner - bessere Prozessoren und Geräte vorausgesetzt.

Für viele Endkunden sind Ultramobiles wie das neue Samsung-Tablet Galaxy TabPro S noch zu teuer.
Für viele Endkunden sind Ultramobiles wie das neue Samsung-Tablet Galaxy TabPro S noch zu teuer.
Foto: Samsung

Das neue Microsoft-Betriebssystem Windows 10 wird auf den PC-Markt nach Einschätzung von Gartner erst 2017 einen spürbar positiven Einfluss nehmen. Im laufenden Jahr werde der PC-Markt noch um ein Prozent auf 287 Millionen Geräte sinken. Für 2017 erwarten die Marktforscher dann allerdings einen Zuwachs von 4 Prozent. Zusammen mit Intels neuem Chip-System Skylake, das erstmals das Potenzial von Microsofts neuem Betriebssystem unterstützen soll, würden vor allem ultramobile Premium-Geräte und sogenannte Convertibles das Geschäft ankurbeln, schätzt Gartner-Analyst Ranjit Atwal.

Gartner: Weltweite Absatzzahlen nach Gerätetyp 2015-2018 (in Millionen)

Gerätetyp

2015

2016

2017

2018

Traditionelle PCs (Desktops und Notebooks)

246

232

226

219

Ultramobiles (Premium)

45

55

74

92

PC-Markt

290

287

299

312

Ultramobiles (Basic und Utility)

196

195

196

198

Computing Devices Markt

486

482

495

510

Mobiltelefone

1,910

1,959

1,983

2,034

Gesamter Gerätemarkt

2,396

2,441

2,478

2,545

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Traditionell hatte Microsoft in der Vergangenheit mit neuen Betriebssystemen immer wieder den Absatz neuer PCs angekurbelt. Ein Upgrade auf Windows 10 liefert der Softwarekonzern erstmals ein Jahr lang für private Nutzer kostenlos aus. Lenovo-Chef Yang Yuanqing kritisierte zuletzt aber die Politik von Microsoft, das System kostenlos für ältere Systeme bereitzustellen. Windows 10 hätte Microsoft eher mit neuen Geräten eingeführt werden müssen, die optimal auf das System abgestimmt sind, meinte Yuanqing auf der Technikmesse CES in Las Vegas.

Während viele Endkunden gerade bei den ultramobilen Premium-Rechnern erst auf erschwinglichere Modelle warteten, würden Unternehmenskunden schneller auf Windows 10 umsteigen als bei früheren Upgrades, lautet die Einschätzung von Gartner-Analyst Atwal. Eine kürzere Test- und Evaluierungsphase vorausgesetzt, dürften viele Unternehmenskunden bereits Ende dieses Jahres auf das neue System migriert haben. Ein wichtiger Katalysator werde dabei die Attraktivität von Geräten sein, die sich sowohl als Notebook als auch als Tablet nutzen lassen. Daneben sei Windows 10 zukunftssicher und einfach die bessere Plattform für künftige Projekte.

Leichtes Gesamtwachstum erwartet

Gartner geht davon aus, dass im Laufe des Jahres zusammengenommen 2,4 Milliarden PCs, Tablets, Ultramobiles und Mobiltelefone verkauft werden. Das entspreche einem leichten Anstieg von 1,9 Prozent. Die Kosten für die Verbraucher würden dabei jedoch bei konstantem Dollar-Wert erstmals um ein halbes Prozent sinken.

Smartphones bleiben demnach auch weiterhin ein wichtiger Wachstumsmotor. Bis Ende 2016 werde ihr Anteil unter allen Mobiltelefonen 82 Prozent betragen, ein Zuwachs um 12 Prozent verglichen mit 2015.

Die Marktforscher beobachten jedoch auch einen Trend zu einfacheren Telefonen. Vor allem in China und einigen anderen aufstrebenden Märkten griffen die Nutzer immer häufiger zu Smartphones mit Standardfunktionen und günstigeren Preisen, sagte Gartner-Analystin Roberta Cozza. Solche Basis-Smartphones hätten inzwischen einige chinesische Markenanbieter im Programm. (dpa/rw)

 

CAD-Robert

GARDNER sowie andere Firmen, die in "Glaskugeln" starren und das was sie da sehen verkaufen, reden immer von Prozessoren und OS-Systemen. Nicht ein einziges mal seit Jahren habe ich von "Nutzen", "Umstellungskosten" und "Dauer von Leasingverträgen" gelesen.

DIESE DREI Faktoren sind die wichtigsten in der Industrie!

- NUTZEN: Alle Firmen sind generell Neuem gegenüber unter der Bedingung, dass es einen Nutzen (Mehrwert) bringt offen. Auf Ablehnung stößen "Spielsachen" und alles was sichtbar keinen Fortschritt bringt.

- UMSTELLUNGSKOSTEN: Wenn eine neue Computergeneration also vom Nutzen her akzeptiert wird, stellt sich die Frage nach den Kosten, um das alte (funktionierende) zu ersetzen. Jetzt kommt der "NUTZEN" ins Spiel: je geringer die Nützlichkeit bewertet wird, desto länger dauert die AMORTISATION. Generell gilt, dass alles was sich unter 12 Monaten selbst amortisiert, von fast allen Firmen "ohne mit der Wimper zu zucken" gekauft wird. Das Risiko ist da gering. Alles was länger als 24 Monate zur Amortisation benötigt, ist kritisch. Es kann entweder in einer Aufschwungphase bremsen oder in einer Abschwungphase Liquidität binden! Also beides mal ein erhebliches Zusatzrisiko. Gebäude, Immobilien, Maschinen sind davon meist ausgeklammert: die müssen in ihrer Lebensdauer einige Auf und Ab der Wirtschaftszyklen überstehen. PC-Systeme sind da wegen ihrer Kurzlebigkeit anfälliger.

- LEASINGVERTRÄGE: Da (wegen BASEL-II+ -III) sehr viele PCs geleased werden, gibt es generell keinen Grund, mitten innerhalb einer Vertragslaufzeit das OS zu wechseln oder den Vertrag vorzeitig aufzulösen. Da zwischendurch oft neue Geräte gekauft werden, ist es eher wichtig, die gleiche HW und das OS (Pflegekosten!) deckungsgleich zu halten.

Zusammengefaßt kann gesagt werden: Würde man den Firmen exakt zuhören und Produkte mit dem höchsten Nutzen zu den geringsten Umstellungskosten liefern, bräuchte man vor der Zukunft keine Angst haben....

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