Web

 

Williams Communications erwägt Antrag auf Gläubigerschutz

26.02.2002

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der mit 5,16 Milliarden Dollar verschuldete US-Netzwerkbetreiber Williams Communications Group schließt nicht mehr aus, Antrag auf Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursgesetzes zu stellen. Das Unternehmen aus Tulsa, Oklahoma, teilte mit, man werde jedoch gleichzeitig die Gespräche mit den Banken über andere Restrukturierungsoptionen fortsetzen.

Chairman Howard Janzen hatte noch vor drei Wochen erklärt, an einem Konkursantrag denke man nicht. Williams habe noch genügend Barmittel in der Kasse. Laut Janzen liegt der Grund für den Sinneswandel in dem fehlenden Interesse einiger Gläubiger, die Firma mit Hilfe von Restrukturierungsmaßnahmen wieder auf die Beine zu stellen. Der Vorstand erklärte, es handle sich dabei nicht um Banken sondern um andere Institutionen, die sich mit einer Beteiligung an Williams nicht zufrieden gäben und Bares sehen wollen. Der Carrier plant nun, unter anderem mit Stellenstreichungen die kontrollierbaren Kosten um 25 Prozent zu senken.

Mit Williams Communications, das rund sechs Milliarden Dollar in ein Glasfasernetz investierte, geriet ein weiterer US-Carrier aufgrund hoher Schulden in Bedrängnis. Bereits vor einem Monat musste Global Crossing wegen Verpflichtungen von mehr als zwölf Milliarden Dollar Gläubigerschutz nach Kapitel elf des US-Konkursgesetzes beantragen (Computerwoche online berichtete). Die Glasfaser-Carrier haben aufgrund von Überkapazitäten und nachlassenden Preisen Schwierigkeiten, ihre Schulden abzubauen. (mb)