ERP-Software

Wilken will Branchenfokus schärfen und SAP-Konzepte kopieren

Vice President Software & SaaS Markets PAC Germany
Oswald Gomolka, neuer Chef des ERP-Anbieters Wilken, möchte nach dem Vorbild der SAP erweiterbare Standardsoftware für unterschiedliche Branchen feilbieten können.

Seit Oktober leitet Oswald Gomolka die Geschäfte es Ulmer Softwarehauses Wilken. Er war zuvor in bei Wilkens Hauptkonkurrenten SAP sowie dem SAP-Partnerunternehmen All-for-One Systemhaus AG beschäftigt. Gomolka übernimmt den Posten von Andreas Lied, der aus persönlichen Gründen den ERP-Anbieter zum Jahresende verlässt (siehe "SAP-Experte wird Wilken-Chef").

CW: Sie haben gerade das Ruder bei Wilken übernommen. Was werden Sie anders machen als Ihr Vorgänger?

Gomolka: Es handelt sich hier um einen Führungs- und weniger um einen Strategiewechsel. Die grundsätzliche Wilken-Produktstrategie setzt sich fort.

CW: Wo sehen Sie Verbesserungspotenzial?

Gomolka: Wir sind in den Branchen wie Energieversorgen und Banken und Versicherungen unterwegs, doch wir wollen die vorhandenen Branchenlösungen jetzt noch weiter ausbauen (siehe auch "Wilken schluckt Neutrasoft").

CW: Was verstehen Sie darunter?

Gomolka: Je nach Anforderungen der Kunden hat Wilken Sonderprogrammierungen vorgenommen. Das soll aus Gründen der Flexibilität auch so bleiben. Jedoch werde ich eine neue Sparte aufbauen, die für alle Branchen übergreifend Erweiterungsfunktionen entwickelt, die unsere Software für die jeweiligen Branchen ergänzen. Die Ergänzungen sollen so in die Standardprodukte einfließen, dass diese Release-fähig bleiben.

CW: Hatten sie in Sachen Release-Fähigkeit Schwierigkeiten?

Gomolka: Nein, da gab es keine Probleme. Was ich meine ist, die verschiedenen Ergänzungsmodule besser voneinander abzugrenzen.

CW: Sie verfügen aus früheren Tätigkeiten über SAP-Know-how. Wie wollen Sie das nutzen?

Gomolka: Da wir kein Softwarekonzern sind, sondern ein mittelständisches Unternehmen, können wir flexibler auf Kundenanforderungen reagieren. Allerdings können wir auch von der SAP lernen. Dazu zählt, ein Standardsoftwareprodukt zu liefern, dass freie Namensräume für Zusatzentwicklungen bietet. Das ist auch ein Ansatz für uns. Ebenso wollen wir unser Partnernetz ausbauen.

CW: Firmen haben derzeit wenige Möglichkeiten, in großem Stil in ERP-Lösungen zu investieren. Was wollen Sie tun?

Gomolka: Wir sind breit aufgestellt. Die Hälfte unserer Kunden und Interessenten ist von der Krise betroffen, die andere Hälfte gehört Wirtschaftszweigen an, die nicht so sehr durchgeschüttelt wurde. Energieversorger beispielsweise sind nicht so gebeutelt wie die Banken. Somit können wir eine Umsatzschwäche in einem Segment durch ein anderes kompensieren. Zudem leisten in manchen Branchen die gesetzlichen Regelungen Investitionen in Geschäftsapplikationen Vorschub.