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Wikipedia schließt Spendenaufruf mit Rekord ab

03.01.2012
Das "Wissen der Welt", das die Wikipedia-Macher zusammentragen, gibt es nicht zum Nulltarif.

Das Online-Lexikon ruft die Nutzer Jahr für Jahr zum Spenden auf. Die jetzt abgeschlossene Kampagne endete mit einem Rekord. In Deutschland wird allerdings weiter gesammelt.

In Deutschland müssen wir Jimmy Wales' Konterfei noch einige Tage ertragen.
In Deutschland müssen wir Jimmy Wales' Konterfei noch einige Tage ertragen.

Das Online-Lexikon Wikipedia hat mit seinem jährlichen Spendenaufruf eine Rekordsumme von 20 Millionen US-Dollar eingenommen. Seit Mitte November spendeten weltweit mehr als eine Million Menschen Geld an das nicht-kommerzielle Projekt, wie die amerikanische Stiftung Wikimedia Foundation am Montag zum Abschluss der Aktion in ihrem Blog mitteilte. Damit sei die Kampagne die bislang erfolgreichste. Seit 2003 rufen die Wikipedia-Betreiber jedes Jahr zu Spenden auf, um den Betrieb des kostenlosen und werbefreien Lexikons zu finanzieren. Von dem Geld sollen dieses Jahr unter anderem zusätzliche Server und der Ausbau der mobilen Dienste finanziert werden. Auch die Entwicklung neuer Funktionen sei geplant.

In Deutschland geht die Spendenaktion weiter. Noch bis Freitag will Wikimedia Deutschland, der deutsche Förderverein des Projekts, Geld sammeln. Bis dahin soll das diesjährige Spendenziel von 3,8 Millionen Euro erreicht werden. Rund zwei Millionen Euro will der Verein selbst verwenden, 1,5 Millionen Euro sind für die Wikimedia Foundation eingeplant, weitere 220.000 Euro kostete die Kampagne. Bis Dienstag spendeten mehr als 130.000 Menschen rund 3,7 Millionen Euro. Im vergangenen Jahr waren es rund 2,2 Millionen Euro.

Wegen des Spendenziels von 3,8 Millionen Euro hatte die Wikimedia-Stiftung ihre deutsche Tochter im Herbst in einem offenen Brief kritisiert. Sie fürchtete, die Summe sei zu hoch und könnte potenzielle Spender vergraulen. Die bisherigen Einnahmen hätten jedoch gezeigt, dass das Ziel realistisch sei, sagte der Geschäftsführer von Wikimedia Deutschland, Pavel Richter, der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe keinen Streit mit der US-Stiftung. "Differenzen gibt es in dieser und in anderen Fragen nicht", sagte Richter.

Wikipedia bezeichnet sich selbst mit mehr als 20 Millionen Artikeln in 282 Sprachen als das größte Lexikon der Welt, für das weltweit mehr als 100.000 Freiwillige arbeiten. Die US-Stiftung Wikimedia Foundation betreibt neben dem Online-Lexikon auch andere Projekte, etwa die Bilddatenbank Commons. (dpa/tc)