Wikipedia 2006/2007 auf DVD

Seine erste Berührung mit Informatik erfolgte an einem C64 samt Floppy VC 1541. Von Anfang an nutzte er diesen faszinierenden Heimcomputer nicht nur zum Daddeln, sondern auch für die Basic-Programmierung. Unter anderem half er seinen damals etwas müden Kopfrechnen-Fähigkeiten auf die Sprünge, indem er ein Programm schrieb, das immer zwei zufällig ausgewählte Zahlen zur Multiplikation stellte. Im Hintergrund lief ein Timer. Nur wenn er das Ergebnis innerhalb des vorgegebenen Zeitraums, der leider manchmal zu knapp bemessen war, richtig eintippte, bekam er einen Punkt gutgeschrieben. Seine Highscore-Ergebnisse waren durchwachsen, seine Programmierkenntnisse dafür umso besser. Der Lehrstuhl, an dem er als studentische Hilfskraft angestellt war, gehörte seinerzeit zu den Vorreitern in Sachen IT. Man übersetzte damals die griechischen Inschriften der antiken Stadt Hierapolis – heute ist dieses türkische Pamukkale bekannt durch seine Kalksinter-Terrassen. Die wissenschaftlich korrekt erfassten und kommentierten Inschriften bearbeiteten Dirscherl und Kollegen zunächst in Wordperfect. Anschließend landeten die Texte in einer Datenbank, die auf CD gepresst und für sündhaft viel Geld weltweit verkauft wurde. Über dieses epigraphische Datenbankprojekt, diverse C-Programmierereien auf Unix-Systemen und seine ersten Experimente mit Linux landete er schließlich professionell bei der IT. Seit den späten 1990-ern nutzt er Linux als Produktivsystem, seit Anfang der 2000-er Jahre ist Linux sein hauptsächliches OS. Nach vielen Jahren mit Suse Linux und Open Suse und zwischendurch Ausflügen zu Red Hat und Debian landete er bei Ubuntu und erledigt damit alle Arbeiten. Linux und C ist er bis heute treu geblieben – nach einem Ausflug zu PHP und MySQL. Mittlerweile bastelt er auch mit Arduino. Bei pcwelt.de betreut er vor allem Business-IT-Themen und hat den Auto & Technik-Bereich von Null beginnend aufgebaut. Seine Tests der Infotainmentsysteme in modernen Fahrzeugen gehören zu den ausführlichsten Tests, die man dazu überhaupt finden kann. Daneben schreibt er zudem fast täglich aktuelle Meldungen aus der IT-Welt.
Wikipedia gibt es nicht nur im Internet, Wikipedia gibt es auch auf DVD. Die neueste DVD-Ausgabe hört auf den etwas lang geratenen Namen "Wikipedia – Die freie Enzyklopädie. Ausgabe 2006/2007" und kommt jetzt in den Handel. Die wesentliche Neuerung der 2006/2007er-Ausgabe: Sie können die DVD-Version wie die Online-Version in Ihrem Browser nutzen.

Bisher konnten Anwender auf die Inhalte der Offline-Version von Wikipedia mit Digibib, der Standardsoftware von Directmedias "Digitaler Bibliothek" zugreifen (zwei Beispiele aus dieser Reihe stellen wir Ihnen hier vor). Die Oberfläche von Digibib wirkt zwar etwas bieder, die Software selbst ist aber durchaus funktional und arbeitet flott. Nichtsdestotrotz dürften viele Wikipedia-Anwender die aus dem Internet gewohnte Browseroberfläche und -Funktionalität bevorzugen. Mit der Ausgabe 2006/2007 geht dieser Wunsch jetzt in Erfüllung.

Wenn Sie die Wikipedia-DVD eingelegt haben, müssen Sie zunächst die Zenoreader.exe starten. Danach wählen Sie "Server starten". Nach wenigen Sekunden Wartezeit klicken Sie auf "Webbrowser starten" (falls auf Ihrem Rechner mehrere Browser installiert sind, wird Ihr Standardbrowser angeworfen). Schon präsentiert sich Wikipedia im gewohnten Internet-Outfit. Bei der Recherche können Sie zwischen Artikeltitel- und Volltextsuche wählen.

Jede Offlineversion eines Lexikons hat gegenüber der Online-Variante zwangsläufig den Nachteil der etwas geringeren Aktualität. Zudem muss man in Zeiten immer größerer Zugangsbandbreiten und preiswerter Flatrates die Frage nach dem Sinn einer Offline-Version stellen. Die Verfügbarkeit von Wikipedia.de ist ausgesprochen gut, die Auslieferung der Website hervorragend. Die Wikipedia-Scheibe dürfte sich also besonders für Notebookbesitzer empfehlen, die auch unterwegs ohne Zugang zum Web recherchieren wollen. Und sie ist interessant für 56K-Modem-Veteranen, für die das Surfen immer noch ein Geduldsspiel ist. Vielleicht möchte der eine oder andere Wikipedia-Anhänger auch einfach nur auf Nummer sicher gehen für den Fall der Fälle, dass Wikipedia doch einmal offline gehen oder massivem Vandalismus zum Opfer fallen sollte. Angesichts des geringen Preises von 9,90 Euro kann man da nicht viel falsch machen.

Die DVD enthält die Texte der deutschsprachigen Wikipedia mit Stand 20. September 2006. Dabei handelt es sich laut Wikipedia.de um 475.000 Artikel und 241.200.000 Wörter. Viele Illustrationen und Bilder von Wikipedia.de haben ebenfalls auf dem Datenträger Platz gefunden (Wikipedia spricht von 275.000 Bildern), sie wurden allerdings stark verkleinert. Einige Bilder fehlen allerdings komplett. So werden beispielsweise beim Artikel "VW Käfer" gleich die beiden ersten Fotos nicht angezeigt.

Zu jedem Online-Artikel von Wikipedia gibt es bekanntlich auch noch Reiter für Diskussion, Quelltext und Versionen. In der Offlineversion steht davon nur die Versionsgeschichte zur Verfügung.