It intim - Die Sorgen der CIOs

Wieso gibt es kein Rückgaberecht für Software?

Karin Quack arbeitet als freie Autorin und Editorial Consultant vor allem zu IT-strategische und Innovations-Themen. Zuvor war sie viele Jahre lang in leitender redaktioneller Position bei der COMPUTERWOCHE tätig.
Mit Ihrem Plädoyer für ein Rückgaberecht im Software-Business rennen Sie bei den Anbietern sicher keine offene Türen ein. Wie argumentieren Sie?
Friedhelm Rücker, Bereichsleiter IT, Loh Group
Friedhelm Rücker, Bereichsleiter IT, Loh Group
Foto: Rücker/Loh Services

Die Frage ist doch, was kauft man eigentlich? Ein Stück Papier, auf dem das Nutzungsrecht steht, oder eine funktionierende Software? Leider kommt es ja immer seltener vor, dass der Softwareanbieter am Projekt mitarbeitet und sich für den Projekterfolg verantwortlich fühlt. Trotzdem sollte er die Lizenzkosten nur dann berechnen, wenn die Software erfolgreich zum Laufen gebracht ist und der Kunde seine Projektziele erreicht hat.

Diese Art von Anbieter gibt es. Häufig sind es einheimische und inhabergeführte Unternehmen, die an einer langfristigen Partnerschaft interessiert sind. Aber die werden immer weniger.

Statt dessen setzt sich die "amerikanische Methode" durch: erst mal die Softwarelizenzen verkaufen, sofort die Rechnung stellen und bei Lieferung kassieren, vom ersten Tag an Wartung berechnen - und selbstverständlich gegen Vorkasse. Wir haben diese Erfahrung leider in einem fehlgeschlagenen Projekt machen müssen und lange gekämpft, bis sich der Anbieter unserer Auffassung angeschlossen hat: Ein Projekt, das nicht zum Erfolg führt, ist für den Kunden schon schlimm genug ist. Wurden dann auch noch sechsstellige Beträge in Lizenzen investiert, die nicht mehr zu verwenden sind, ist er doppelt bestraft.