Internet of Things in der Praxis

Wie Unternehmen vom Internet der Dinge profitieren

Dr. Kay Müller-Jones ist seit 2008 Leiter der Global Consulting Practice bei Tata Consultancy Services (TCS). Er verfügt über umfassende Erfahrungen im Management und in der Beratung. Dr. Müller-Jones beschäftigt sich insbesondere mit der Digitalisierung und Vernetzung der Wirtschaft und den daraus resultierenden tiefgreifenden Veränderungen der Unternehmens- und Arbeitswelt. Hierzu gehört auch die Entwicklung globaler Dienstleistungsmodelle, die Unternehmen bei ihrer digitalen Transformation unterstützen.
Unternehmen, die das Internet der Dinge (IoT) in ihre Strategie einbezogen haben, profitieren bereits jetzt nachweislich von höheren Umsätzen, neuen Geschäftsmodellen und einem besseren Marktverständnis. Doch damit IoT die erhofften positiven Effekte bringt, ist mehr erforderlich als die Implementierung von Technologien.
Fertigungsbetriebe erwarten dank IoT ein Umsatzplus von mehr als 27 Prozent bis 2018.
Fertigungsbetriebe erwarten dank IoT ein Umsatzplus von mehr als 27 Prozent bis 2018.
Foto: Chesky - shutterstock.com

Schenkt man dem Emerging Technology Hype Cycle der Markforschungsgesellschaft Gartner Glauben, hat das Internet of Things (IoT) den Gipfel der "überzogenen Erwartungen" erreicht. Viele Unternehmen haben in der Tat hohe Erwartungen, was das Potenzial von IoT betrifft. Gleichzeitig mangelt es vielen potenziellen Nutzern an konkreten Vorstellungen, wie sich dieses Potenzial in der Praxis nutzen lässt.

Dennoch gibt es Indikatoren dafür, dass Unternehmen vom Internet der Dinge profitieren. So ergab eine weltweite Studie von TCS, dass Unternehmen aus allen Branchen dank IoT bis zum Jahr 2018 mit einem zweistelligen Umsatzzuwachs rechnen. Fertigungsbetriebe erwarten beispielsweise ein Plus von mehr als 27 Prozent, Unternehmen aus der High-Tech- und der Finanzbranche einen Zuwachs von etwa 19 Prozent. Am unteren Ende der Skala rangieren mit einer prognostizierten Steigerung von 12,3 Prozent der Automobilsektor und das Gesundheitswesen.

Maßgeschneiderte Produkte und Dienstleistungen

Dieser Umsatzzuwachs ist nach Angaben europäischer Unternehmen unter anderem darauf zurückzuführen, dass Unternehmen durch die Auswertung von IoT-Daten wissen, welche Produkte und Services sich Kunden tatsächlich wünschen. Außerdem stehen Informationen über das tatsächliche Nutzungsverhalten von Produkten zur Verfügung.

Derzeit werden IoT-Komponenten hauptsächlich dazu verwendet, um die Nutzung von Produkten zu analysieren und die Produktion und den Vertrieb zu optimieren.
Derzeit werden IoT-Komponenten hauptsächlich dazu verwendet, um die Nutzung von Produkten zu analysieren und die Produktion und den Vertrieb zu optimieren.
Foto: Tata Consultancy Services
The Next Now! - Foto: shutterstock.com - SFIO CRACHO

The Next Now!

Diese Informationen lassen sich heranziehen, um neue, maßgeschneiderte Angebote zu entwickeln und Serviceleistungen zu optimieren. Gleiches gilt für Vertriebs- und Marketingaktivitäten. Auch diese können präziser auf die Anforderungen von Kunden ausgerichtet werden. Einen weiteren Vorteil sehen Unternehmen in der proaktiven Wartung von Systemen. Sensoren melden beispielsweise, welche Komponenten von Druckern, Maschinen und Triebwerken ersetzt werden müssen. Dadurch lassen sich Servicetechniker gezielt einsetzen und Ausfallzeiten von Systemen auf ein Minimum reduzieren.