SOA Best Practices

Wie Unternehmen Governance-Probleme lösen

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Erst mit effizienten Governance-Strukturen lassen sich die Nutzenpotenziale einer SOA heben. Erfolgreiche Organisationen machen es vor, wie eine Studie der Aberdeen Group zeigt

Service-orientierte Architekturen (SOA) können Unternehmen mehr Agilität, Effizienz und produktivere IT-Systeme bringen, argumentiert das amerikanische Marktforschungs- und Beratungshaus in der Studie "SOA-Governance: Separating Success from Chaos". Doch fast alle diese Vorteile ständen auf dem Spiel, wenn ein umfassendes Governance-Framework fehlt. Die Auguren untersuchten deshalb, wie erfolgreiche Organisationen in Sachen SOA-Governance vorgehen und wie sie typische Probleme umschiffen. Dazu befragten sie rund 120 Manager, die vorwiegend aus Großunternehmen in Nordamerika, Europa und dem asiatisch-pazifischen Raum stammen (siehe auch: Wie sich SOA-Governance planen lässt).

SOA-Erfolgskriterien

Zwar ließ sich Aberdeen die Untersuchung zum Teil von den Softwareherstellern iTKO und Layer 7 Technologies bezahlen. Doch die Erkenntnisse können SOA-Verantwortlichen dennoch von Nutzen sein. Studienautor Stephen Walker definierte vier Kriterien, um die besten Unternehmen in Sachen SOA-Governance herauszufiltern:

  1. Reduzierte Kosten durch das Wiederverwenden existierender Softwareservices

  2. Kürzere Reaktionszeiten der IT auf Business-Anforderungen

  3. Schnellere Anwendungsentwicklung,

  4. Eine steigende Zahl wiederverwendeter Services.

Die besten 20 Prozent der verglichenen Firmen wiesen nach diesem Schema durchaus beeindruckende Ergebnisse vor. So sanken die Kosten aufgrund wiederverwendeter Softwaredienste im Schnitt um 23 Prozent, zugleich verkürzte sich die Reaktionszeit auf Anforderungen der Fachbereiche um 18 Prozent. Der Zeitaufwand für die Anwendungsentwicklung reduzierte sich um 23 Prozent. Dagegen berichtete das "Mittelfeld", sprich die 50 Prozent der eher durchschnittlich bewerteten Unternehmen, lediglich von Kosteneinsparungen in Höhe von 3 Prozent. Die übrigen 30 Prozent, Aberdeen bezeichnet sie als Nachzügler, mussten sogar höhere Kosten und längere Reaktionszeiten in Kauf nehmen.

Die Spitzengruppe zeichnet sich laut Walker durch mehrere gemeinsame Merkmale auf. So kümmern sich 82 Prozent dieser Unternehmen intensiv um Weiterbildungsmaßnahmen der am SOA-Projekt beteiligten Mitarbeiter. 78 Prozent haben Service-Level-Agreements (SLAs) eingeführt und überwachen deren Einhaltung. Rund 77 Prozent der erfolgreichen Organisationen messen zudem systematisch die Effizienz ihrer Anwendungen