IT & Business Excellence

Motorsägen auf SAP HANA

Wie Stihl bei Analysen den Turbo zündet

Dr. Andreas Schaffry ist freiberuflicher IT-Fachjournalist und von 2006 bis 2015 für die CIO.de-Redaktion tätig. Die inhaltlichen Schwerpunkte seiner Berichterstattung liegen in den Bereichen ERP, Business Intelligence, CRM und SCM mit Schwerpunkt auf SAP und in der Darstellung aktueller IT-Trends wie SaaS, Cloud Computing oder Enterprise Mobility. Er schreibt insbesondere über die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen IT und Business und die damit verbundenen Transformationsprozesse in Unternehmen.
Die Andreas STIHL AG & Co. KG hat ihr SAP Business Warehouse auf SAP HANA migriert. Dadurch hat der Hersteller von Motorsägen die Datenanalyse um das 30-Fache und Ladezeiten um das 40-Fache beschleunigt.
Der Motorsägenhersteller Stihl hat sein SAP Business Warehouse auf SAP HANA umgestellt. Analysen laufen jetzt bis zu 30-mal, Ladeprozesse bis zu 40-mal schneller.
Der Motorsägenhersteller Stihl hat sein SAP Business Warehouse auf SAP HANA umgestellt. Analysen laufen jetzt bis zu 30-mal, Ladeprozesse bis zu 40-mal schneller.
Foto: ANDREAS STIHL AG & Co. KG

Ob Motorsägen und -sensen, Heckenschneider- und -scheren, Entaster oder Rasenmäher und Schutzkleidung: Die Stihl Unternehmensgruppe aus Waiblingen entwickelt, produziert und vertreibt motorbetriebene Geräte für die Forstwirtschaft, Landschaftspflege und Bauwirtschaft. Die Produkte werden ausschließlich über den Fachhandel verkauft - mit 34 eigenen Vertriebs- und Marketinggesellschaften rund 120 Importeuren und einem Netz von mehr als 40.000 Fachhändlern in über 160 Ländern. Mehr als 13.000 Mitarbeiter erwirtschafteten 2013 einen Umsatz von mehr als 2,8 Milliarden Euro.

Damit bei Stihl auch künftig die Geschäfte gut laufen, sind schnelle und flexible Datenanalysen, etwa bei der SAP-gestützten Vertriebsplanung und dem Kostenverrechnungsprozess für die Ergebnis- und Marktsegmentrechnung (CO-PA), unabdingbar. Dazu hat der Motorsägenhersteller mit Unterstützung des SAP-Partners Camelot ITLab seine dreistufige SAP-Business-Warehouse-Installation (SAP BW) auf die SAP-HANA-Datenbank migriert.

Auswertungen 30-mal schneller erledigen

Der Umstieg zahlt sich bereits aus, denn Stihl hat spürbar mehr Effizienz, Flexibilität und Tempo in die Auswertungen und das Reporting gebracht. Zum Beispiel laufen die Vertriebsplanungs- und Profitabilitätsanalysen im Rahmen des CO-PA-Reporting 30-mal schneller als früher. Heute liegen die Berichte innerhalb weniger Sekunden vor, statt wie vorher in mehr als einer Minute. Beim CO-PA-Reporting hat sich das Laden und Einlesen der Daten in SAP BW und das Weiterverbuchen um 40 Prozent beschleunigt. Auch selektive Löschoperationen laufen 20-mal schneller als zuvor.

Die deutlich verbesserte Performance der BW-Landschaft wird erreicht, weil durch den Einsatz von SAP HANA die Aggregation in den Auswertungswürfeln (Info Cubes) sowie Indices und Datenbankstatistiken wegfallen. Damit lassen sich in Zukunft selbst große Datenmengen, die zudem stetig steigen und immer komplexer werden, effizient bewältigen. Nicht zuletzt kann Stihl durch die Umstellung des SAP BW auf SAP HANA die Selektion von Merkmalen sehr schnell und flexibel verändern.

Machbarkeitsstudie für SAP HANA

Die Umstellung der SAP-BW-Landschaft auf die In-Memory-Plattform konnte innerhalb von drei Monaten abgeschlossen werden. Möglich war dies, weil der späteren Implementierung eine umfassende Machbarkeitsstudie (Proof of Concept) vorausging. Dort wurden die Vorzüge der Migration eines SAP BW auf SAP HANA auf die konkrete Situation bei Stihl übertragen und im Hinblick auf die Performancesteigerung geprüft. "Der Proof of Concept überzeugte uns von den großen Vorteilen, die SAP HANA für die Analyse nicht-aggregierter Massendaten bietet", sagt Josef Knittelfelder, Leiter der EDV-Organisation bei Stihl. Im Rahmen der Machbarkeitsstudie stellte sich zudem heraus, dass für den Motorsägenhersteller der Einsatz von Solid State Disks (SSD) keine echte Alternative zu SAP HANA gewesen wäre.