Wie Sie sich erfolgreich im Netz bewerben

24.09.2003
Sortieren, Kopieren, Frankieren - das war einmal. Bewerber können sich bei der Online-Bewerbung auf das Wesentliche konzentrieren. Auch für Unternehmen hält das elektronische Bewerbungs-Management viele Vorteile parat.

„Der Trend geht zur Online-Bewerbung“, davon ist Jobscout-24-Geschäftsführer Harald Lenz überzeugt. Die Internet-Stellenbörse offeriert neben Jobangeboten inzwischen auch Beratung, die Suche nach geeigneten Kandidaten sowie die erste Kontaktaufnahme als Service an. Unternehmen können bei der Online-Stellenbörse unbegrenzt viele Suchaufträge hinterlegen und werden automatisch über Kandidaten informiert, wenn die Profile übereinstimmen. „Das reduziert den Arbeitsaufwand bei der Vorauswahl und erhöht die Flexibilität“, lobt Eyvette Thompson, Personaldisponentin bei der Zeitarbeitsfirma Papp Personalservice in Nürnberg.

Durch das digitale Bewerber-Management können die Ausgaben für die Personalsuche um rund 50 Prozent gesenkt werden, so das Ergebnis einer Studie der Unternehmensberatung Mummert + Partner. Das gilt allerdings nur, wenn der gesamte Bewerbungsprozess digitalisiert ist. „Wenn die Bewerbung erst ausgedruckt werden muss und dann wie eine Papierbewerbung behandelt wird, bringt das nicht viel Arbeitserleichterung“, betont Lenz.

Der Begriff der Online-Bewerbung steht für unterschiedliche Bewerbungswege: per E-Mail, Online-Formular, über die Homepage eines Unternehmens oder über eine Jobbörse. Die E-Mail-Bewerbung verlangt genauso viel Sorgfalt wie die Papierform. Am Anfang einer erfolgreichen E-Mail-Bewerbung steht daher die telefonische Kontaktaufnahme: Wie heißt der Personalchef, wie lautet seine E-Mail-Adresse oder ist die Fachabteilung der bessere Ansprechpartner? Diese Fragen lassen sich vorab klären. Auch sollte nach den gängigen Formaten gefragt werden. Zu empfehlen ist das Portable Document Format (PDF) von Acrobat, um sicherzustellen, dass die Online-Bewerbung unverfälscht ankommt. Digitale Textwüsten und megabyteschwere Anhänge, die sich mitunter nicht einmal öffnen lassen, sind das jähe Ende einer Online-Bewerbung: „Der Weg zur Löschtaste ist kürzer als der zum Papierkorb“, warnt Lenz.

Ellenlange Lebensläufe und seitenweise eingescannte Zeugnisse helfen ebenfalls nicht weiter: Dem Großteil der Unternehmen genügt bei einer Online-Bewerbung ein aussagekräftiges, individuelles Anschreiben mit angehängtem Lebenslauf inklusive Abschlussnote von maximal einer Seite. Online-Formulare sind häufig die Antwort der Unternehmen auf die Bewerbungsflut. Vom Kurzbewerbungsbogen bis zum mehrseitigen Eignungstest gibt es alles im Netz. Sorgfalt gehört auch hier dazu: Wer im Lebenslauf Umwege und Lücken hat, sollte etwa versuchen, Praktika als Berufserfahrung zu verkaufen. Unternehmen greifen vermehrt auf Formulare zurück, denn sie können damit die Bewerberdaten systematisch sammeln, filtern und verwalten, automatisierte Zu- und Absagen versenden sowie dem Bewerber ermöglichen, seine virtuelle Bewerbungsmappe selbst zu aktualisieren.

Mit über 400 virtuellen Stellenmärkten ist Deutschland für die elektronische Arbeitsvermittlung gut ausgestattet. Neben den bekannten Karriereportalen gibt es für fast jede Berufsgruppe, Branche oder Region spezialisierte Jobbörsen.

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