Projekt-Management

Wie Sie alle Fäden in der Hand halten

Ingrid Weidner arbeitet als freie Journalistin ín München.
Der Job des Projekt-Managers ist anspruchsvoll, denn es gilt, den Erwartungen aller Beteiligten im vorgegebenen Zeit- und Kostenrahmen gerecht zu werden.

Projekte gibt es, seit die Menschheit sich zivilisiert hat. Der Bau der Pyramiden von Gizeh, das Empire State Building oder die Integration eines neuen Warenwirtschaftssystems in die firmeneigene IT-Landschaft: Solche Beispiele zeigen, dass Projekte solide geplant, kompetent gesteuert und erfolgsorientiert umgesetzt werden müssen. Gerade IT-Projekte bewegen sich im Spannungsfeld von Zeit, Kosten und Qualität. Widerstrebende Interessen von Kunden und Auftragnehmern führen nicht selten zu Komplikationen.

Aufgabe des Projekt-Managers ist es, Unstimmigkeiten möglichst früh zu erkennen und auszuräumen. Planen, Steuern, Ausführen und Kontrollieren charakterisieren erfolgreiches Projekt-Management. Was logisch klingt, birgt doch die eine oder andere Hürde, wie erfahrene Projekt-Manager berichten. Wie sie in vorgegebener Zeit und zu überschaubaren Kosten ihre Projekte über die Ziellinie führen, erzählen drei erfahrene IT-Manager.

Nicht ohne Fach-Know-how

Klaus Gebele, KfW: "Es ist wichtig, aktiv mit Schwierigkeiten umzugehen und früh zu intervenieren, wenn sich Probleme auftun."
Klaus Gebele, KfW: "Es ist wichtig, aktiv mit Schwierigkeiten umzugehen und früh zu intervenieren, wenn sich Probleme auftun."
Foto: Klaus Gebele, KfW

"Wer einen ruhigen Job sucht, sollte nicht Projekt-Manager werden", rät Klaus Gebele von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Der 45-Jährige studierte nach einer Banklehre Wirtschaftsinformatik an der European Business School in Wiesbaden. Für Gebele war früh klar, dass er ins Projekt-Management gehen wollte. Nach dem Studium heuerte er 1996 bei Plenum Management Consulting an und war zunächst Projektassistent. Seit 2007 arbeitet er für die KfW in Frankfurt am Main als Projekt-Manager. Derzeit leitet er ein IT-Großprojekt, das sich mit regulatorischen Anforderungen beschäftigt und über zwei Jahre dauert.

Neben dem fachlichen IT-Know how bringt Gebele auch eine Zertifizierung zum Project Management Professional des amerikanischen Project Management Institute (PMI) mit. "Ich habe das Projekt-Management von Grund auf gelernt. Gerade die Methodik ist wichtig, um als Projektleiter ein einheitliches Verfahren im Unternehmen zu etablieren, in das alle eingebunden sind", sagt Gebele. In unternehmensspezifischen Weiterbildungskursen habe man das Programm an die firmenspezifischen Besonderheiten angepasst.

Ohne Soziale Kompetenz geht es nicht

Trotz guter Vorbereitung und Schulung treten auch dort Risiken und Schwierigkeiten auf, mit denen der Projekt-Manager umgehen muss. "Es ist wichtig, sich vorher Gedanken über die Rahmenbedingungen zu machen. Wir definieren Maßnahmen, wie wir Risiken begegnen", schildert der erfahrene Manager das Vorgehen. Controlling und Reporting sind für ihn wichtige Instrumente, um Projekte zu steuern. Allerdings weiß Gebele auch, dass sich nicht jedes Risiko planen lässt. "Ein Projekt-Manager jongliert mit einer nicht immer einfachen Situation. Es ist wichtig, aktiv mit Schwierigkeiten umzugehen und früh zu intervenieren, wenn sich Probleme auftun", so sein Rat. Soziale Kompetenz sieht Gebele als wichtige Qualifikation eines Projekt-Managers: "Je größer das Projekt, desto mehr soziale Kompetenzen sind nötig."

Doch auch Fachwissen ist dem 45-Jährigen wichtig: "Als Projekt-Manager beschäftige ich mich intensiv mit IT-Inhalten. Ich hole mir zwar Experten ins Team, doch um ein Projekt einschätzen zu können, muss ich das Thema auch von der fachlichen Seite verstehen." Gebele ist überzeugt, dass das Team einen Projektleiter nur dann als Führungskraft akzeptiert, wenn er auch in IT-spezifischen Fragen mitreden kann: "Bringt man diese Qualifikation nicht mit, wird man schnell als Overhead wahrgenommen."